Stand: 23.01.2019 14:40 Uhr

Haftstrafen für Milchpulver-Klau im großem Stil

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Rumänische und georgische Banden haben sich auf das Geschäft mit dem geklautem Milchpulver spezialisiert. (Themenbild)

Das Amtsgericht Northeim hat zwei Männer wegen des Diebstahls von Milchpulver zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Die beiden 30 und 44 Jahre alten Rumänen waren in der vergangenen Woche in Nörten-Hardenberg festgenommen worden, nachdem sie aus einer Drogerie 16 Packungen der Baby-Nahrung gestohlen hatten. Im Kofferraum ihres Autos fanden die Ermittler weitere 113 Packungen im Wert von mehr als 2.000 Euro.

Auch in Göttingen und Hann. Münden Milchpulver gestohlen

Die Auswertung der Handydaten hatte ergeben, dass die Angeklagten auch in Göttingen, Hann. Münden und Kassel auf Diebeszug waren. In Drogeriemärkten dort seien ganze Regale, wo sonst Milchpulver steht, leergeräumt gewesen, heißt es. Das Gericht wertete dies als Indiz dafür, dass ein Teil der in den Autos entdeckten Packungen aus Diebstählen in diesen Filialen stammte.

Banden profitieren von der großen Nachfrage

Vor allem organisierte Banden stehlen gezielt Milchpulver in Deutschland, um es teuer nach China zu verkaufen. Hintergrund ist der Milchpulver-Skandal in China aus dem Jahr 2008. Damals hatten mehrere Hunderttausend chinesische Babys Nierenschäden erlitten, weil einheimische Hersteller ihr Produkt mit Melamin gestreckt hatten. Mindestens sechs Kinder starben. Viele chinesische Eltern trauen bis heute nicht den einheimischen Herstellern und kaufen bevorzugt deutsche Produkte. Nach Informationen des Nachrichtendienstes pid machen sich rumänische und georgische Banden machen sich diese große Nachfrage zunutze.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 22.01.2019 | 17:00 Uhr

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