Rauchsäulen stehen über dem Stahlwerk der Salzgitter AG in Salzgitter. © dpa Foto: Holger Hollemann

Gute Zahlen: Salzgitter AG konkretisiert Klima-Investitionen

Stand: 12.11.2021 15:29 Uhr

Gestärkt durch deutlich bessere Geschäfte will die Salzgitter AG den Umbau hin zu einer CO2-armen Stahlproduktion konkreter angehen. Ende 2025 könnte dann Wasserstoff statt Kohle eingesetzt werden.

 "Derzeit bereiten wir die endgültige Investitionsentscheidung für die erste Ausbaustufe vor", sagte Konzernchef Gunnar Groebler am Freitag über das Projekt "Salcos". Im Sommer müsse dann noch der Aufsichtsrat grünes Licht geben. Den Plänen zufolge könnten ab 2026 mehr als eine Million Tonnen Stahl durch das klimaschonende Verfahren produziert werden. Während bei der herkömmlichen Gewinnung von Roheisen aus Eisenerz viel Kohlendioxid freigesetzt wird, bleibt beim Wasserstoff-Verfahren lediglich Wasserdampf übrig.

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Konzern macht "dynamisch anziehende Erlöse"

Die Technologie erfordert allerdings hohe Investitionen, für die sich Salzgitter nach einem auch coronabedingt schwachen Vorjahr nun wieder besser gerüstet sieht. Unter dem Strich erwirtschafteten die Niedersachsen in den ersten neun Monaten rund 468 Millionen Euro Gewinn - 2020 standen am Ende des dritten Quartals dagegen 243 Millionen Euro Verlust. Der Umsatz wuchs von knapp 5,3 Milliarden auf rund sieben Milliarden Euro. Diese seit Ende Oktober bekannten Eckdaten wurden jetzt bestätigt. Salzgitter berichtete von "dynamisch anziehenden Erlösen" bis in den August.

Vorstand Groebler: Keine Zeit bei Weiterentwicklung verlieren

Die Geschäftszahlen zeigten auch mit Blick auf die notwendigen Klimaschutz-Ausgaben die "Leistungsfähigkeit" des Unternehmens, sagte Salzgitter-Vorstand Groebler. "Wir dürfen bei aller Freude nicht vergessen, dass wir in den kommenden Monaten aufgrund der Störungen in den Lieferketten sowie der üblichen Saisonalität zum Jahresende eine Normalisierung zu erwarten haben." Salzgitter dürfe deshalb keine Zeit bei der Weiterentwicklung verlieren.

Konkurrent Thyssenkrupp stellt auch auf Wasserstoff um

Das Bundesumweltministerium und die Förderbank KfW unterstützen Projekte wie das von Salzgitter als Teil der "Nationalen Wasserstoffstrategie". Neben dem Unternehmen aus Niedersachsen will auch Konkurrent Thyssenkrupp in den kommenden Jahren seine Produktionsanteile schrittweise von Kokskohle auf "grünen" Wasserstoff umstellen.

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Regional Braunschweig | 13.10.2021 | 15:00 Uhr

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