Stand: 25.04.2018 19:31 Uhr

Göttinger Studenten sezieren Leichen in 3-D

von Lars Ohlenburg

Wer Medizin studiert, muss den menschlichen Körper kennenlernen. Schon zu Beginn des Studiums üben die Studenten deshalb das Sezieren, an "Spender-Körpern", also echten menschlichen Leichen. An der Universität Göttingen gibt es zusätzlich nun die Möglichkeit, digital zu üben. Als erste Universitätsklinik in Niedersachsen wurden dort gleich zwei virtuelle Seziertische angeschafft.

Schicht für Schicht untersuchen

Rund 200.000 Euro hat sich die Universität die beiden Hightech-Tische kosten lassen. Zwei Meter lang und ein Meter breit ist der Bildschirm auf dem dreidimensionale Körper Schicht für Schicht seziert werden können. Ohne Skalpell, nur mit Handbewegungen - wie bei einem Tablet-Computer. Für Prof. Jochen Staiger ist es ein großer Fortschritt für die Studenten: "Neben dem Zerlegen, was wir im Präparier-Kurs machen, kann man hier auch wieder Dinge zusammenfügen, man kann sich die Lösung, was ist was durch den Tisch geben lassen", so Staiger im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen.

Einfärben, drehen, zuschneiden

Erst nach einer Schulung dürfen die Studenten das System benutzen - denn es ist extrem komplex. "Man kann Organsysteme an- und ausschalten, man kann sie transparent machen, man kann sie einfärben, man kann sie in bestimmte topographische Ansichten drehen und dann genau so zuschneiden, wie man möchte", erklärt Staiger und erwähnt aber auch: "Ich muss sagen, ich habe mir das nie zugemutet, das alles zu lernen, weil ich kein Digital-Native bin."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 25.04.2018 | 17:00 Uhr

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