Ein Mann hockt vor seinem Fahrrad auf einer Wiese. © Lutz Kröner Foto: Lutz Kröner

Göttinger Student radelt 70 Tage für den guten Zweck

Stand: 24.07.2021 19:35 Uhr

Lutz Kröner aus Göttingen fährt mit dem Fahrrad durch Europa und sammelt Spenden für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Italien, Frankreich, Belgien und die Niederlande liegen noch vor ihm.

von Frederik Schulz-Greve

Kröner spielt von Kindesbeinen an Handball und ist leidenschaftlicher Ausdauersportler. Für sein Vorhaben ist das unabdingbar. 70 Tage mit dem Fahrrad unterwegs: Das macht man nicht mal eben so. Für den 25-jährigen Studenten ist es eine Herzensangelegenheit. In seiner Bachelorarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen beschäftigt er sich mit sozialen Sportprojekten. Seine Erkenntnisse: "Ich weiß, was Sport für ein Potenzial hat. Da werden Werte vermittelt, die in meinen Augen sehr wichtig sind, aber darüber hinaus ist es für den Körper gut und die Kinder finden darüber ein Zuhause." Für viele sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche seien diese Sportprojekte eben das, wofür sie brennen.

Die Tour begann im ostfriesischen Norden

Deshalb sammelt der Student jetzt Spenden für eine Stiftung, die durch 18 verschiedene Sportprojekte Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten, mit Bewegungseinschränkungen oder mit schlechtem Zugang zu Bildung fördert. Am 19. Juli hat er sich in der ostfriesischen Stadt Norden auf seinen Sattel geschwungen. Jetzt geht es erst mal Richtung Süden, an die österreichische Grenze. Von dort dann weiter nach Italien, Frankreich, Belgien, die Niederlande und zurück an die ostfriesische Nordsee.

Dokus anderer Bike-Packer als Vorbereitung

Lutz Kröner steht mit seinem Fahrrad an der Küste. © Lutz Kröner Foto: Lutz Kröner
In Norden in Ostfriesland ging die Tour von Lutz Kröner los. 70 Tage will der Student durch Europa radeln.

Los ging die Reise für den angehenden Wirtschaftspädagogen schon drei Monate vor dem Start. "Zu den Vorbereitungen: Ich habe mich sehr viel mit der Ausrüstung beschäftigt. Ich habe mich ins Thema eingelesen und Dokumentationen von anderen Bike-Packern geguckt. Und sonst, vom Training her, habe ich eh immer viel Ausdauersport gemacht. Und dann die ein oder andere Probetour gemacht."

Komplette Campingausrüstung dabei

Seine Ausrüstung hat Kröner in verschiedene Kategorien eingeteilt: Fahrrad und Zubehör, Camping, Verpflegung, Kleidung, Hygiene, Elektronik und Sonstiges. Finanziert hat er das alles selbst, wie er sagt. Übernachten wird er bei Freunden, sofern das möglich ist. Sonst freut er sich schon darauf, sein Zelt aufzubauen, eine komplette Campingausrüstung hat er schließlich dabei. Und er hofft auf Gastfreundschaft. Zum Beispiel könne er bei Bauern anfragen, ob er bei ihnen im Garten sein Lager aufschlagen kann, sagt Kröner.

Regelmäßige Tests als Schutz vor Corona

Unterwegs wird er mit den Corona-Bestimmungen anderer Länder konfrontiert werden und durch aktuelle Flutgebiete fahren. Eine große Reise in unruhigen Zeiten. Gegen Unwetter könne er nichts machen und mit regelmäßigen Tests wolle er sich und andere vor einer Infektion schützen, so Kröner.

Viele neue Bekanntschaften - und viele Spenden?

"Ich habe großen Respekt davor, vor allem, wenn die Alpen kommen und wenn auch mal Sprachbarrieren kommen. Aber grundsätzlich freue ich mich und radele erst mal los." Auf hoffentlich viele neue Bekanntschaften freut er sich schon. Es ist aber noch ein weiter Weg. Die 70 Tage auf dem Fahrrad will der Ausdauersportler in jedem Fall schaffen, auch, wenn er die Route noch mal ändern muss. Bis jetzt konnte er schon 900 Euro einsammeln. Ein Spendenziel hat er sich nicht gesetzt. Der Weg sei das Ziel.

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