Stand: 01.06.2018 14:59 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Göttinger Forscher warten auf Fotos von "Dawn"

Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören - das gilt offenbar auch im Weltraum. Die Nasa-Raumsonde "Dawn", die aktuell den Zwergplaneten Ceres im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter umkreist, wird bald herrenlos im All kreisen und keine Signale mehr senden, weil es ihr an Treibstoff mangelt, so ihre Betreiber. Bis dahin allerdings hofft man auf spektakuläre Bilder des Planeten, denn "Dawn" habe nun ihre letzte Umlaufbahn erreicht, teilten die Forscher vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) am Freitag mit. MPS-Forscher entwickelten und bauten zusammen mit Braunschweiger Forschern das Kamerasystem der Sonde.

Gut beleuchtete Aufnahmen möglich

Den Forschern zufolge sollen Aufnahmen in bisher unerreichter Auflösung möglich sein. Denn die Flugbahn führt "Dawn" nun auf weniger als 50 Kilometer an die Ceres-Oberfläche heran. "Diese letzte Missionsphase wird besonders spannend", sagte der MPS-Forscher und Leiter des Kamerateams, Andreas Nathues. Ceres befindet sich derzeit auf einem besonders sonnennahen Abschnitt ihres leicht elliptischen, mehr als viereinhalb Jahren währenden Orbits um unser Zentralgestirn. Die Aufnahmen, die für die nächsten Wochen geplant sind, sind also gut beleuchtet - und werden nun Strukturen von etwa vier Metern Größe sichtbar machen.

Fotos von Kratern und Salzablagerungen

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die beiden Kameras von "Dawn" Bilder aus der Übergangsumlaufbahn aufgenommen. Dabei entstanden unter anderem Farbaufnahmen des Dantu-Kraters auf Ceres, die helle Salzablagerungen auf dem Kraterboden und ein feines Geflecht aus Rissen zeigen. Die Forscher vermuten, dass an diesen Stellen in der Vergangenheit Material aus der Tiefe aufstieg und den Kraterboden anhob, bis er aufriss. Die Aufnahmen hatten eine Auflösung von etwa 50 Metern pro Pixel und sind damit die bisher detailliertesten Farbbilder dieser Region.

Sonde hat bald keinen Treibstoff mehr

In einigen Monaten dürfte der Mission, die ursprünglich bis Herbst 2017 geplant war, der Treibstoff ausgehen. "Dawn" verbleibt dann auf einer stabilen Umlaufbahn um den Zwergplaneten. Die Nasa-Raumsonde war Anfang März 2015 nach mehr als siebeneinhalbjähriger Reise in eine Umlaufbahn um Ceres eingeschwenkt. Der Zwergplanet ist mit fast eintausend Kilometern Durchmesser der größte Himmelskörper im Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Ceres wurde 1801 entdeckt und trägt den Namen der römischen Göttin des Ackerbaus.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 01.06.2018 | 17:00 Uhr

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