Stand: 11.11.2019 13:59 Uhr

Göttinger Forscher bekommt höchste NASA-Ehre

Wissenschaftler Andreas Nathues (Mitte) nahm die Auszeichnung in Kalifornien entgegen.

Die US-amerikanische Weltraumagentur NASA hat den Göttinger Wissenschaftler Andreas Nathues für seine Beiträge zur Erforschung des Asteroiden Vesta und des Zwergplaneten Ceres geehrt. Der Forscher vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) erhielt im kalifornischen Pasadena die höchste NASA-Auszeichnung für wissenschaftliche Leistungen - die "Exceptional Scientific Achievement"-Medaille. Nathues leitet seit 2010 das Team, das für das Kamerasystem der Raumsonde "Dawn" verantwortlich ist.

"Dawn" machte mehr als 100.000 Bilder

Die beiden baugleichen Kameras an Bord von "Dawn" wurden am MPS gebaut und während der Mission betrieben. Sie lieferten mehr als 100.000 Aufnahmen von Vesta und Ceres. Auf den Bildern entdeckten die Forscher unter anderem Hinweise auf den inneren Aufbau der beiden Himmelskörper. Außerdem konnten Nathues und sein Team dank der Daten erstmals hoch aufgelöste geologische Karten erstellen.

Hinweise auf einen unterirdischen Ozean

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Die Aufnahmen der Kameras brachten zahlreiche neue Erkenntnisse.

Auf dem Zwergplaneten Ceres fanden die Forscher organisches Material, das möglicherweise von einem Kometeneinschlag stammt. Die Kameradaten ergaben zudem Hinweise auf Wasserreservoirs unter der Oberfläche. "Der Nachweis, dass es auf Ceres zumindest Reste eines unterirdischen Ozeans gibt, hat unsere Sicht auf den Asteroidengürtel und seine Entstehung deutlich verändert", sagte Nathues. "Möglicherweise hatte der Zwergplanet seinen Ursprung weiter draußen im Sonnensystem und wanderte erst später in den Asteroidengürtel ein."

Neue Erkenntnisse nach Eichung der Kameras

Trotz des Endes der Mission im vergangenen Jahr laufen die wissenschaftlichen Arbeiten weiter. Dem Team um Andreas Nathues ist es nach Angaben des MPS zuletzt gelungen, den vorliegenden Daten neue und detailliertere Informationen zu entnehmen. Schlüssel dazu waren Kalibrationsmessungen. In den letzten Monaten der Mission konnte das MPS-Team die beiden Kameras durch Aufnahmen eines bekannten Sternes neu eichen. Die Datenauswertungen, die darauf beruhen, offenbarten viele zusätzliche Details von Vesta und Ceres und präzisierten so die bisherigen Karten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 11.11.2019 | 17:00 Uhr

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