Stand: 06.08.2018 21:16 Uhr

Göttingen: Toter Säugling wurde neunmal geschlagen

Im Januar ist ein sechs Monate alter Säugling in einem Göttinger Krankenhaus an schweren Kopfverletzungen gestorben. Nun hat ein Gutachten den Tatverdacht gegen die Eltern erhärtet. Die rechtsmedizinische Untersuchung habe ergeben, dass dem Säugling neunmal gegen den Kopf geschlagen wurde, teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen am Montag mit. Beteuerungen der Eltern, der Junge habe die Verletzungen bei einem Sturz erlitten, seien damit widerlegt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen die 22-jährige Mutter und den 30 Jahre alten Vater wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Staatsanwalt steckt im Dilemma

Trotz der schweren Vorwürfe sitzen weder Vater noch Mutter in Untersuchungshaft. Das liege an einem Dilemma, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue: Da die Unschuldsvermutung gelte, müsse man jeweils zugunsten eines Elternteils annehmen, dass das andere Elternteil die Taten begangen haben könnte. Daran habe auch das Gutachten nichts geändert.

Eltern auf der Straße attackiert

Die Eheleute hatten in der Klinik angegeben, das Kind leide nach einem Sturz unter Atemnot. Für die Ärzte war nach Angaben der Staatsanwaltschaft schnell klar, dass die Verletzungen, darunter diverse Knochenbrüche, nicht von einem Sturz herrühren konnten. Nachdem der Fall im Mai bekannt geworden war, hatten Unbekannte das Elternpaar auf einer Straße in Göttingen überfallen und mit Schlägen und Tritten verletzt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 06.08.2018 | 18:00 Uhr

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