Stand: 02.05.2018 21:54 Uhr

Göttingen: Haben Eltern Säugling totgeprügelt?

Es geschah bereits im Januar: Ein sechs Monate altes Baby ist in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) an den Folgen wiederholter schwerer Gewalttaten gestorben. Der Junge erlitt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zahlreiche Knochenbrüche, unter anderem am Schädel. "Wir ermitteln wegen Körperverletzung mit Todesfolge", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Frank-Michael Laue. Einzige Tatverdächtige seien derzeit die Eltern des Kindes, die sich nach wie vor auf freiem Fuß befinden, sagte Laue. Weil die Unschuldsvermutung gelte, müsse man jeweils zugunsten eines Elternteils annehmen, dass der andere die Taten begangen haben könnte.

Kriminalbeamter: Solche Brüche bei Kind noch nicht gesehen

Der Fall wurde durch die Nachfrage eines Journalisten bekannt. Zuvor hat man die Öffentlichkeit nicht darüber informieren wollen, um die Ermittlungen nicht zu behindern, sagte der Oberstaatsanwalt zu NDR.de. Dem Bericht zufolge erschienen die Eltern Anfang Januar mit dem Jungen in einem Göttinger Krankenhaus. Sie gaben an, das Kind leide unter Luftnot. "Dann hat man dort aber die erheblichen Verletzungen festgestellt", sagte Laue. Für die Ärzte sei schnell klar gewesen, dass die Verletzungen nicht von einem Sturz herrühren konnten, sondern dass körperliche Gewalt ausgeübt worden sei. Ein ermittelnder Kriminalbeamter habe gesagt, solche Brüche habe er bei einem kleinen Kind noch nicht gesehen. Helfen konnten die Mediziner dem kleinen Jungen nicht mehr. Er starb am 12. Januar.

Hintergrund der Tat unklar

Die 22 Jahre alte Mutter und der 30-jährige Vater haben den Ermittlern zufolge bisher die Aussage verweigert. "Es steht fest, dass das Kind gewaltsam zu Tode gekommen ist", sagte der Oberstaatsanwalt. Die Obduktion habe ergeben, dass der Säugling verschiedene Knochenbrüche erlitten habe, die auf mehrfache Gewaltanwendung zurückzuführen seien. Bisher wisse man aber nicht, was genau passiert ist. Mehr Klarheit erhofft sich die Staatsanwaltschaft durch ein rechtsmedizinisches Gutachten. Dieses solle unter anderem klären, von wann genau die Verletzungen stammten.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 02.05.2018 | 18:00 Uhr

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