Vier E-Scooter von Lime stehen auf einem Fußgängerweg aneinandergereiht. © NDR Foto: Julius Matuschik

Göttingen: Falsch geparkte E-Roller versus Rollatoren

Stand: 25.08.2021 13:45 Uhr

Ärger in Göttingen um falsch geparkte E-Roller: Der Seniorenschutzbund "Graue Panther" kritisiert, dass die Elektroroller - auch E-Scooter genannt - häufig achtlos zurückgelassen werden.

Einmal benutzt würden sie oft quer auf dem Gehweg platziert. "Warum nicht mit Verstand längsseits?", kritisiert die Präsidentin der Grauen Panther in Südniedersachsen, Erika Lohe-Saul. In Göttingen erlebe sie häufig, dass die Geräte den Weg versperren und Menschen mit Rollatoren oder auch Kinderwagen müssten stattdessen auf die Straße ausweichen. Menschen mit Sehbehinderung könnten ganz und gar über die E-Roller stolpern und stürzen, warnt Lohe-Saul.

Betreiber: Nutzer sollen Fotos von geparkten Rollern machen

Die Stadt Göttingen bestätigt, dass sich Beschwerden häufen. Die Verwaltung stehe im stetigen Austausch mit den Anbietern, heißt es von dort. Der E-Roller-Vermieter Lime sieht sich nach eigenen Angaben klar mit in der Verantwortung. Um Falschparken künftig zu vermeiden, würden die Kunden aufgefordert, ein Foto vom korrekt geparkten Scooter zu machen, so ein Sprecher. Jeder könne falsch geparkte Roller aber auch dem Betreiber mitteilen - die Kontakte seien auf den Scootern vermerkt.

Graue Panther fordern Bußgelder

Lohe-Saul fordert mehr: Unsachgemäß abgestellte Roller seien quasi falsch geparkte Verkehrsmittel. Über die Kennzeichen könne auch bei E-Rollern Halter und Nutzer ermittelt werden. "Wir sind dafür, dass diese Leute dann auch ein Bußgeld kriegen", so die Aktivistin. Laut Stadt geschehe das allerdings schon: Wenn der Ordnungsdienst eine erhebliche Behinderung durch geparkte E-Scooter feststelle, werde das Gefährt an die Seite geschoben und ein Bußgeldverfahren eingeleitet, sagte ein Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Braunschweig | 25.08.2021 | 15:00 Uhr

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