Stand: 23.11.2017 07:37 Uhr

"Futuring Duderstadt" - Visionen für die Zukunft

"Futuring Duderstadt" - Hinter dem Namen steht das Ziel: dem demographischen Wandel entgegenzuwirken und Duderstadt attraktiv zu gestalten. Als Hauptsitz des Prothesen-Herstellers Otto Bock soll die kleine Stadt im Landkreis Göttingen etwas zu bieten haben, damit auch weiterhin qualifizierte Fachkräfte ins Eichsfeld gelockt werden und bleiben. Dafür will der Otto-Bock-Chef viel Geld ausgeben.

Rat stimmt für "Futuring Duderstadt"

Hans Georg Näder ist der Chef bei Otto Bock - und ein Macher. Einer, der nicht nur die Ideen, sondern auch die Mittel hat, um etwas zu bewegen. Unlängst stellte er seine Vision von "Futuring Duderstadt" dem Rat der Stadt vor, und die Zustimmung des Rates war einstimmig. Angesichts einer Investitionssumme von mindestens 50 Millionen Euro zur Verbesserung der Infrastruktur wäre eine Gegenstimme wohl auch eher eine Überraschung gewesen. Offensichtlich stört sich in Duderstadt auch deshalb niemand daran, dass Näder nicht nur die Musik bezahlen will, sondern auch bestimmt, was gespielt wird. So hat Näder im Rat erklärt, es gebe sein Projekt nur als Gesamtpaket, nicht stückweise. Diskussionen zu einzelnen Aspekten des Projektes will er sich offensichtlich ersparen.

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Andere Städte machen es vor

Erfahrungen mit den Visionen eines Mäzens hat auch Einbeck im benachbarten Landkreis Northeim gemacht. 2014 öffnete der PS. Speicher. Alle Fahrzeuge des Museums, Grundstückskäufe und Bauten wären ohne die Schenkung von Karl-Heinz Rehkopf nicht möglich gewesen. Der leidenschaftliche Motorrad-und Autosammler gründete 1972 den Renovierungsfachmarkt Tedox und wollte seiner Heimatstadt ein Geschenk machen. Der PS.Speicher wurde zu einem echten Tourismusmagneten für Einbeck. Wolfsburg und VW stellen das Superlativ des Mäzenatentums dar. Automuseeum, Autostadt, Volkswagen-Arena - der Konzern hat viel investiert, um eine lebenswerte Stadt zu gestalten.

Näder stellt eigene Kunstsammlung aus

Für Hans Georg Näder hat sein Engagement in Duderstadt aber viel mit Heimatliebe zu tun. Hier begann das Unternehmen seines Vaters nach dem Krieg zu florieren. Mit dem Max-Näder-Haus, dem firmeneigenen Archiv, setzte er ihm 2015 ein Denkmal und schenkte der Stadt ein Museum. Mit seinem Freund Peter Maffay gründete er 2012 das Tabalugahaus. Seine eigene Kunstsammlung stellt er seit 2011 in der Kunsthalle HGN aus.

Neubau für die Brauerei

Damit sich die Geschäftskunden wohlfühlen und auch in Duderstadt übernachten, sanierte Näder das zentrale "Hotel zum Löwen" zu einem Vier-Sterne-Haus, das auch höheren Standards genügt. Im Keller des Hauses war früher eine Brauerei, so entstand die Idee für das Duderstädter Bier mit dem Namen "Heimatliebe" - ein Erfolgsprodukt. Eine Brauerei ist daher auch Teil des "Futuring Duderstadt", denn die Kapazität im "Hotel zum Löwen" ist erschöpft. Ein Neubau mit 2.000 Quadratmetern ist dafür geplant, im kommenden Jahr soll der Bau beginnen. Dafür muss aber die alte Schützenfesthalle abgerissen werden. In der Brauerei soll es einen Schankraum mit Blick in die Produktion geben, hier sollen dann die Feiern der Schützengesellschaft stattfinden.

Das "neue" Duderstadt

Veranstaltungszentrum

Auch die Eichsfeldhalle aus den 70er-Jahren soll einem Hotel mit bis zu 90 Zimmern und dem Veranstaltungszentrum "HGN Cube" mit Platz für Sportveranstaltungen oder Konzerte für rund 6.000 Besucher weichen. Vorbild dafür sei die Lokhalle in Göttingen - nur etwas kleiner soll der "HGN Cube" werden. Auf dem Gelände einer nahe gelegenen Ziegelei sind Wohnungen, Tennisplätze, ein Funsport- Zentrum und ein Co-Work-Center geplant. Das ganze Areal liegt attraktiv an einem bis zu drei Hektar großen See mit Bootsverleih, Café und Biergarten. Der See, immerhin vier Fußballfelder groß, muss erst noch angelegt werden.

Alles anders im Jahr 2021?

Die Vision von Hans Georg Näder soll keine ferne Zukunftsmusik sein. Er selbst investiert in die Brauerei und den "HGN Cube". Stadt, Land und Bund will er mit ins Boot holen. Das Projekt, so sagt er, sei sein Geschenk an die Stadt zu seinem 60. Geburtstag - und der ist im September 2021.

Dieses Thema im Programm:

21.11.2017 | 19:30 Uhr

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