Stand: 21.11.2019 09:03 Uhr

Flüchtlingslager: Schalte von Friedland nach Lesbos

Geflüchtete stehen in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos. © werkgruppe2 Foto: Moria (Murtaza Narzai)
Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos leben aktuell rund 13.000 Migranten.

Wie lebt man in der unmittelbaren Nähe eines Flüchtlingslagers? Am Sonnabend können Anwohner in Deutschland und Griechenland gemeinsam darüber sprechen. Möglich macht es das Theaterkollektiv "Werkgruppe2". Es stellt eine Video-Live-Schaltung zwischen den Menschen in Friedland im Landkreis Göttingen und den Bewohnern der griechischen Insel Lesbos her, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Leben neben dem Flüchtlingscamp

"Uns interessierte herauszufinden, wie man in unmittelbarer Nähe zu Flüchtlingslagern lebt, welche Erfahrungen gesammelt werden und wie diese auf Vorstellungen von Migrationspolitik wirken", erklärte die "Werkgruppe2" am Mittwoch in Göttingen. Bereits in den vergangen Wochen hat die "Werkgruppe2" nach eigenen Angaben Interviews mit Bewohnern aus Friedland und Lesbos geführt.

Ein deutsches und ein griechisches Lager

Schon seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bietet das Grenzdurchgangslager in Friedland bei Göttingen eine Anlauf- und Aufnahmestelle für Flüchtlinge in Deutschland. Auf Lesbos leben im Flüchtlingslager Moria aktuell rund 13.000 Migranten. Die Bedingungen im Camp sind nach Angaben von Beobachtern sehr schlecht. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen, Anwohnern und Polizei seien keine Seltenheit.

Soziale Wirklichkeit im Dokumentartheater

Die "Werkgruppe2" versucht laut eigener Aussage die soziale Wirklichkeit aus der Perspektive von Minderheiten und Benachteiligten zu zeigen. Seit 13 Jahren arbeiteten die drei Frauen aus Rosdorf bei Göttingen mit professionellen Ensembles zusammen. Ein weiteres Dokumentartheater, das sie gerade vorbereiten, soll sich mit dem Umgang der Oldenburger Bevölkerung mit dem Massenmörder Niels Högel befassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 20.11.2019 | 14:00 Uhr

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