Stand: 24.05.2019 18:46 Uhr

Erstes Oberlandesgericht gibt VW-Kunden recht

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hat drei Besitzern von manipulierten VW-Dieselautos das Recht auf ein neues Fahrzeug zugesprochen. Die Betroffenen besitzen ein Volkswagen-Modell mit unzulässiger Abschalteinrichtung und hatten den Wolfsburger Autobauer verklagt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Das Urteil der Richter am Karlsruher Oberlandesgericht ist bundesweit bedeutsam. Es ist der erste Entscheid einer solchen Instanz nach dem Hinweisbeschluss des Bundesgerichtshofs zum Dieselskandal. Darin hatten die Richter festgestellt, dass die illegale Abschalteinrichtung wohl ein Mangel ist und Käufer Gewährleistungsansprüche geltend machen könnten. Gegen das Urteil vom OLG kündigte VW Revision vor dem Bundesgerichtshof an.

Bisher waren alle OLG-Entscheidungen zugunsten von VW

Vor Oberlandesgerichten wurden bislang 25 solcher Verfahren verhandelt, davon richteten sich 24 Klagen gegen Händler. Alle Klagen seien zugunsten von VW entschieden worden, teilte der Konzern mit. Laut einem Bericht auf tagesschau.de hatte VW auch in diesem Fall versucht, eine Entscheidung des OLG Karlsruhe mit großzügigen Vergleichsangeboten zu verhindern und den ursprünglich vier Klägern Geld und Neuwagen angeboten. Doch drei von ihnen lehnten demnach einen Vergleich ab - und bekamen jetzt recht.

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Hallo Niedersachsen | 24.05.2019 | 19:30 Uhr

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