Stand: 22.07.2014 16:19 Uhr

Erneuter Untreuefall im Göttinger Rathaus?

Blick auf das Göttinger Rathaus und die Türme der Johanniskirche © imago / Otto Werner
Eine städtische Mitarbeiterin soll Sozialleistungen veruntreut haben.

Unterschlagung, Untreue und Betrug - für die Göttinger Stadtverwaltung sind das keine neuen Begriffe. In den vergangenen Jahren standen bereits drei städtische Mitarbeiter im Visier der Staatsanwaltschaft, weil sie Geld abgezweigt hatten. Nun ist ein vierter Fall bekannt geworden: Eine Mitarbeiterin des Sozialamtes soll unberechtigten Personen zu Sozialleistungen verholfen haben. Die rechtmäßige Empfängerin wartete vergeblich auf ihr Geld und hakte nach.

Staatsanwaltschaft hat Verfahren eingeleitet

Die Polizei ermittelt wegen Untreue, beziehungsweise Betrugs; die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eingeleitet. Die verantwortliche Mitarbeiterin schweigt zu den Vorwürfen und lässt sich von einem Anwalt vertreten. Die Stadtverwaltung hat sich inzwischen von der Frau getrennt. Warum die Sachbearbeiterin das Geld an andere Personen weitergeleitet hat, will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

"Kontrollmechanismen haben sich bewährt"

Dieser Fall ist inzwischen die vierte finanzielle Unregelmäßigkeit in der Göttinger Stadtverwaltung: Nach drei vorausgegangenen Betrugsfällen habe die Stadtverwaltung Maßnahmen ergriffen, sagte Stadtsprecher Johannson. So habe das neu eingeführte Vier-Augen-Prinzip, bei dem jeweils ein weiterer Mitarbeiter Vorgänge gegenzeichnet, in diesem Fall zu einem Anfangsverdacht geführt, noch bevor sich die geschädigte Leistungsempfängerin meldete und nachhakte, wo ihr Geld bleibe. Nach ersten Erkenntnissen liege der entstandene Schaden im niedrigen vierstelligen Bereich, so Johannson. In den anderen Betrugsfällen hatten Mitarbeiter Gelder in Höhe von bis zu 140.000 Euro auf private Konten umgeleitet oder in die eigene Tasche gewirtschaftet. Vor drei Jahren wurde ein Mitarbeiter des Göttinger Jugendamtes zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, weil er sich an den Einkünften von Kindern und Jugendlichen bereichert hatte, für die er verantwortlich gewesen war.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.07.2014 | 16:00 Uhr

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