Stand: 18.10.2019 15:13 Uhr

Ermittler heben Internet-Betrügerbande aus

Neben einer größeren Bargeldsumme und Uhren wurden auch Waffen und Munition beschlagnahmt.

Ermittler der "Task Force Cybercrime" haben in Niedersachsen und Hamburg mehrere Wohnungen durchsucht. Wie die Staatsanwaltschaft Göttingen am Freitagmorgen mitteilte, wurden bei der bereits am Mittwoch durchgeführten Razzia in Langenhagen, Seelze, Goslar, Achim, Hannover und Hamburg drei Männer wegen des Verdachtes auf gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrug festgenommen.

Mögliches Motiv: Finanzierung eines Tonstudios

Die Bande soll sich im Internet die Passwörter für Bankkonten von Privatleuten verschafft und mithilfe gefälschter Ausweise diese dann geplündert haben. Auf diese Weise sollen sie fast 400.000 Euro erbeutet haben. Das Geld wurde nach Erkenntnissen der Ermittler verschleiert nach Litauen, Estland, Großbritannien und in die USA transferiert. Die Männer sollen die Taten begangen haben, um ihr Tonstudio zu finanzieren, so die Ermittler. Federführend waren offenbar ein 30-jähriger Student und ein 28 Jahre alter Bankauszubildender aus Langenhagen. Sie sowie ein dritter Verdächtiger (29), der in Goslar festgenommen wurde, sitzen in Untersuchungshaft.

"Insider" half den Tätern

Im Juni 2018 hätten die Beschuldigten erstmalig 120.000 Euro erbeutet, teilten die Ermittler am Freitag mit. Weitere Fälle folgten. Seitdem ermittelt die Polizei Braunschweig international. Das Geld wurde auf Konten im Ausland überwiesen und im Anschluss in Bitcoins umgewandelt. Die Spuren sollten so verwischt werden. Die Täter hätten einen "Insider" bei einer Bank gehabt, der sensible Daten nach außen gegeben habe, so die Ermittler.

Telefonüberwachungen folgen auf Geständnis

Bei ihrem weiteren Vorgehen hätten die Täter allerdings "kleine Fehler" begangen, wodurch Ermittler der für Internet-Kriminalität in ganz Niedersachsen zuständigen Zentralstelle Cybercrime den Beschuldigten auf die Spur kommen konnten, so ein Sprecher. Ein Verdächtiger aus dem Raum Goslar sei daraufhin im April dieses Jahres nach einer längeren Flucht in Polen festgenommen worden. Nachdem der 24-Jährige, bei dem es sich "um ein kleines Licht" handele, ein Geständnis abgelegt hatte, habe die Polizei dann monatelang zahlreiche Telefone und DSL-Anschlüsse weiterer Verdächtiger überwacht. Am Mittwoch schlugen die Fahnder dann zu.

100.000 Euro in bar beschlagnahmt

Bei der Razzia waren den Angaben zufolge 112 Beamte im Einsatz. Insgesamt wurden fünf Wohnungen sowie ein weiteres Objekt in Niedersachsen durchsucht, hieß es. Dabei wurden neben zahlreichen Datenträgern auch 100.000 Euro in bar entdeckt und beschlagnahmt. Außerdem pfändeten die Ermittler zahlreiche Konten der Beschuldigten und eine Wohnimmobilie in Goslar. Rund 180.000 Euro hatten die Fahnder bereits während der Ermittlungen sicherstellen können.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 18.10.2019 | 18:00 Uhr

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