Stand: 08.05.2017 17:03 Uhr

Einhornhöhle ist jetzt Teil des UNESCO-Geoparks

Die Einhornhöhle bei Scharzfeld im Harz ist die größte zugängliche Höhle im Westharz. Alten Überlieferungen nach suchten dort einst Menschen nach den Knochen des legendären Einhorns, daher der Name. Auch wenn dieses dort nie gefunden wurde, gibt es vieles zu entdecken. Dafür wird die Einhornhöhle heute ausgezeichnet. Sie ist dann offizielles Informationszentrum des UNESCO-Geoparks Harz - Braunschweiger Land - Ostfalen.

Fundort von Faustkeilen

Die Einhornhöhle erfülle alle Kriterien, um Teil des UNESCO-Geoparks zu sein, sagte der Geologe Ralf Nielbock im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Sie sei ein herausragendes geologisches Objekt. Nielbock betreibt gemeinsam mit seinem Verein "Gesellschaft Unicornu fossile" die Höhle. Schon Anfang der 1980er-Jahre hatte er hier Faustkeile von Neandertalern gefunden.

Woher die Einhornhöhle ihren Namen hat

Viele Jahrhunderte lang suchten Knochensammler in der Höhle nach "Einhörnern", die als Medizin und Heilmittel begehrt waren. Überlieferungen datieren bis ins Jahr 1583. Sogar der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz besuchte im Jahr 1686 die Höhle und befasste sich mit der Legende des Einhorns. Er zeichnete das Sklelett eines Einhorns - das es so dort aber nie gegeben hat.
Im 19. Jahrhundert erkannte Rudolf Virchow, dass die Knochen von Säugetieren, vor allem von Höhlenbären, stammten - und nicht von den Fabeltieren. Dennoch war das Einhorn namensgebend für die Höhle. Virchows Grabungen hatten zum Ziel, den "Menschen des Eiszeitalters" zu finden. Dies gelang jedoch erst 1985, als die Forscher nachweisen konnten, dass die Höhle vor über 100.000 Jahren von Neandertalern besiedelt war. 
(Quelle: Gesellschaft Unicornu fossile e.V. / Harzwanderer-Info)

Hart für die Auszeichnung gearbeitet

Für die Auszeichnung, die der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) überreicht, hätten die Vereinsmitglieder hart gearbeitet, so Nielbock weiter: Es gebe eine Ausstellung mit den Fundobjekten. Fachpersonal führe pro Jahr etwa 25.000 Besucher durch die Höhle. Zudem werde regelmäßig geforscht und es gebe Ausgrabungen. Mitglieder des Vereins hatten dadurch vor drei Jahren einen neuen Höhlenraum entdeckt.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.05.2017 | 08:00 Uhr

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