Stand: 13.03.2019 18:45 Uhr

"Ebit macht frei": Diess bedauert Wortwahl

Der Chef rudert zurück. "Tatsächlich war es eine sehr unglückliche Wortwahl, und falls ich damit unbeabsichtigt Gefühle verletzt haben sollte, tut mir das außerordentlich Leid. Dafür möchte ich mich in aller Form entschuldigen", sagte VW-Vorstandschef Herbert Diess dem "Manager Magazin" (Mittwoch). Was war passiert? Bei einer internen Veranstaltung hatte Diess Mitarbeiter des VW-Konzerns auf straffe Gewinnziele eingeschworen - unter anderem mit dem Satz "Ebit macht frei". Die Wortwahl weckt Assoziationen zur Inschrift "Arbeit macht frei" an Toren mehrerer Konzentrationslagern der Nationalsozialisten.

Diess: "Daran in dem Moment nicht gedacht"

"Es war in keiner Weise meine Absicht, diese Aussage in einen falschen Zusammenhang zu setzen", so Diess weiter. "Dass diese Möglichkeit besteht, daran habe ich in diesem Moment nicht gedacht." Unter "Ebit" versteht man eine betriebswirtschaftliche Gewinnkenngröße ("earnings before interest and taxes" - Gewinn vor Steuern und Zinsen). Darauf habe sich seine Aussage bezogen, sagte Diess. "Im Volkswagen Konzern gibt es Marken mit unterschiedlich hoher operativer Rendite. Marken mit einer hohen Rendite verfügen erfahrungsgemäß über eine höhere Entscheidungsfreiheit im Konzern", sagte er.

Von den Nazis gegründet

Ein VW-Sprecher wies zudem darauf hin, dass der Konzern seit Jahrzehnten Erinnerungsarbeit rund um die Diktatur der Nationalsozialisten leiste. Volkswagen wurde 1937 von den Nazis unter anderem mit enteignetem Gewerkschaftsvermögen gegründet - auf dem Werksgelände wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.03.2019 | 18:30 Uhr

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