Stand: 14.02.2019 21:31 Uhr

Drei weitere Tatverdächtige im Fall Lügde

Im Fall Lügde, wo tausendfach Kinder auf einem Campingplatz sexuell missbraucht worden sein sollen, wird nun gegen drei weitere Tatverdächtige ermittelt. Das bestätigte das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ).

Gegen zwei Personen werde wegen des Verdachts auf Beihilfe zum sexuellen Missbrauch ermittelt, gegen den dritten Mann wegen des Verdachts der Strafvereitelung. Offenbar steht er in dringendem Tatverdacht, Daten manipuliert zu haben.

Spielplatz.

Missbrauch in Lügde: Haben Behörden doch versagt?

Hallo Niedersachsen -

Ist eine wichtige Information beim Jugendamt untergegangen, zwei Jahre bevor der Missbrauchsfall von Lügde aufgedeckt wurde? Eine Mutter erhebt zudem schwere Vorwürfe.

4,4 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Bisher drei Tatverdächtige

Drei andere Tatverdächtige sitzen bereits wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Verbreitung von Kinderpornografie in U-Haft. Darunter der 56-jährige Hauptverdächtige aus Lügde, ein 33-Jähriger aus Steinheim in Nordrhein-Westfalen und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen. Zumindest der Hauptverdächtige soll über einen Zeitraum von zehn Jahren mindestens 31 Kinder zwischen vier und 13 Jahren missbraucht und pornografisches Material angefertigt haben.

Weitere Informationen

Missbrauch in Lügde: Vorwürfe gegen Behörden

Bei den Ermittlungen zu den Missbrauchsfällen in Lügde wird zunehmend deutlich, dass Behörden schwere Fehler begangen haben. Eine Mutter erhebt schwere Vorwürfe. mehr

Mutter eines Opfers erhebt Vorwürfe

Unterdessen erhebt die Mutter, die mit ihrer Anzeige die Ermittlungen zu den Missbrauchsfällen in Lügde ausgelöst hat, schwere Vorwürfe gegen Polizei und Jugendämter. Bereits im August und November 2016 waren Verdachtsmeldungen eingegangen - einmal von Seiten des Kinderschutzbundes, einmal von einer Mitarbeiterin des Jobcenters. "Wenn sie schon 2016 den Hinweisen nachgegangen wären, dann wäre meiner Tochter nichts passiert", sagte sie im Interview mit NDR, WDR und SZ.

Ermittlungen gegen Polizisten

Das Verhalten der Behörden ist derzeit ebenfalls Teil der Ermittlungen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags, es werde gegen zwei Polizeibedienstete ermittelt. Es geht um die Frage, ob sie den Hinweisen im Jahr 2016 ausreichend nachgegangen waren. "Beide Polizisten sind tätig geworden, aber nicht vollständig", sagte Reul.

Außerdem wird untersucht, ob verantwortliche Mitarbeiter der Jugendämter der Kreise Hameln-Pyrmont und Lippe die Fürsorgepflicht verletzt haben. Das geht aus einem vertraulichen Bericht Reuls für den Innenausschuss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Um wie viele Personen es sich handelt, ist unklar.

Anders als Reul sieht die Generalstaatsanwaltschaft Hamm in einer ersten vorläufigen Bewertung von Anfang Februar keine Gründe für Ermittlungen gegen die beiden Polizeibeamten und Mitarbeiter von Jugendämtern. Diese Einschätzung steht in dem vertraulichen Bericht Reuls.

Innenminister kritisiert Polizei und Jugendämter

Reul hatte im Interview mit NDR, WDR und SZ erneut von klaren Fehlern der Behörden gesprochen. "Unabhängig von den Ermittlungen, die jetzt laufen und in die ich auch nicht eingreifen darf und auch nicht will, ist offenkundig, dass bei den beteiligten Behörden, bei den Jugendämtern und auch der Polizei, nicht alles richtig gelaufen ist, um es vorsichtig zu formulieren", sagte Reul. Dies sei keine Vorverurteilung, sondern "einfach der Eindruck, den man hat, wenn man alle Fakten auf sich wirken lässt", so Reul. Ob es auch strafrechtlich relevant sei, bleibe abzuwarten.

Weitere Informationen

Lügde: Bislang 31 Missbrauchsopfer ermittelt

11.02.2019 15:30 Uhr

Im Fall des Kindesmissbrauchs von Lügde haben sich bislang 31 mutmaßliche Opfer gemeldet. Die Kinder sind zwischen vier und 13 Jahre alt - darunter eine Achtjährige aus Hameln-Pyrmont. mehr

Missbrauch in Lügde: Polizei prüft weitere Hinweise

06.02.2019 08:00 Uhr

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle auf einem Campingplatz in Lügde nahe Niedersachsen sind bei der Polizei rund 50 Hinweise eingegangen. Einige sind demnach sehr konkret. mehr

Missbrauch in Lügde: Mann aus Stade bleibt in Haft

05.02.2019 18:00 Uhr

Ein 48-Jähriger aus Stade, der bei den Missbrauchsfällen von Lügde als Hauptverdächtiger gilt, bleibt in Untersuchungshaft. Das hat das Amtsgericht Detmold am Dienstag entschieden. mehr

Missbrauchsfälle: Ermittlungen auch gegen Polizei

31.01.2019 12:00 Uhr

Im Fall der massenhaften Missbräuche auf einem Campingplatz bei Lügde ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Polizei. Es gab trotz Hinweisen keine polizeilichen Ermittlungen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 14.02.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:29
Hallo Niedersachsen
05:45
Hallo Niedersachsen
03:28
Hallo Niedersachsen