Stand: 19.12.2017 08:20 Uhr

Drei Jahre Haft für Islamisten aus Northeim

Der Islamist Sascha L. ist vom Braunschweiger Landgericht verurteilt worden. Er muss für drei Jahre und drei Monate in Haft. Der 27-Jährige aus Northeim hatte zuvor gestanden, dass er mit einem selbstgebauten Sprengsatz Polizisten oder Soldaten töten wollte. Die Generalstaatsanwaltschaft Celle, die die Ermittlungen übernommen hatte, hatte drei Jahre und neun Monate Haft gefordert.

Im Gerichtssaal sitzen Verteidiger und Angeklagter nebeneinander an einem Tisch.

Anschlag geplant: Haftstrafe für Northeimer

Hallo Niedersachsen -

Ein IS-Sympathisant aus Northeim hat zugegeben, einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Das Braunschweiger Landgericht verurteilte ihn dafür zu drei Jahren und drei Monaten Haft.

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Festnahme im Februar

Die Polizei hatte L. im Februar festgenommen und in seiner Wohnung Chemikalien und elektronische Bauteile sichergestellt. Seine Anschlagspläne, so sagte L. vor Gericht, habe er zu diesem Zeitpunkt bereits aufgegeben. Das glaubte ihm die Kammer nicht. Dagegen spreche zum Beispiel, dass er in seiner Gefängniszelle eine selbstgemalte Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hängen hatte. Und seiner Mutter gegenüber hatte er erklärt, dass er im Kriegsfall auch sie töten würde, weil der Islam über allem stehe. Dass er nach seiner Festnahme mit den Behörden kooperierte und das Geständnis ablegte, wertete das Gericht zu seinen Gunsten.

Anschlag als Reaktion auf "Ungerechtigkeiten"

Der frühere Neonazi L. ist nach eigenen Angaben vor drei Jahren zum Islam konvertiert. Er sympathisierte unter anderem im Internet offen mit der Ideologie der Terrormiliz IS. In seinem Geständnis erklärte er, dass bei einer früheren Hausdurchsuchung sein Computer beschlagnahmt worden sei. Später habe er zudem wegen eines im Internet geposteten Videos eine Geldstrafe zahlen sollen. Diese "Ungerechtigkeiten" sowie ein ähnliches Vorgehen gegen andere Muslime hätten ihn zu seinen Anschlagsplänen motiviert. Während des Prozesses betonte er mehrfach, dass ihm das leid tue.

L. ohne Kontakte zum IS

Direkte Verbindungen zum Islamischen Staat konnten L. im Prozess allerdings nicht nachgewiesen werden. Er habe zwar einen Treueschwur auf den Anführer des IS abgelegt. Allerdings hatte er keine persönlichen Kontakte zum IS und wurde auch nicht finanziell von der Terrormiliz unterstützt.

Zwei Mitangeklagte verurteilt

Mitangeklagt waren drei weitere Männer. Einer wurde wegen Beihilfe zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Er soll die Anschlagspläne gebilligt haben. Ein weiterer Mann muss 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten. Der dritte Mitangeklagte wurde freigesprochen.


18.12.2017 15:59 Uhr

In einer ersten Fassung haben wir fälschlicherweise von einer dreijährigen Bewährungsstrafe für einen der Mitangeklagten geschrieben. Richtig ist: einer der Mitangeklagte wurde zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.12.2017 | 08:00 Uhr

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