Stand: 14.12.2017 17:36 Uhr

Das schnelle Netz ist da - und wird nicht genutzt

Bild vergrößern
In Katlenburg, Lindau, Wachenhausen und Berka liegt alles bereit fürs schnelle Netz. Genutzt werden darf es aber nicht. (Themenbild)

Alles ist bereit für das schnelle Internet im Landkreis Northeim, die Kabel für eine Verbindung von 100 Mbit pro Sekunde liegen in der Erde. Genutzt werden darf die Technik jedoch nicht. Hintergrund ist ein Sinneswandel der Telekom, der einen Streit mit dem Landkreis Northeim ausgelöst hat. Vor Jahren hatte die Telekom erklärt, kein Interesse am Ausbau zu haben - um schnelles Internet müsse sich der Landkreis selbst kümmern. Das tat er, schrieb die Arbeiten aus, beantragte Fördergelder. Der Bund sagte neun Millionen Euro zu. Doch dann änderte die Telekom ihre Pläne: Während die Anträge des Landkreises liefen, verlegte sie doch selbst Anschlüsse. Diese Entscheidung und das Verfahren des Landkreises hätten sich einfach überschnitten, heißt es von der Telekom. Das will man in Northeim nicht hinnehmen.

Sinneswandel der Telekom wirft Kalkulation über den Haufen

Denn der Einstieg der Telekom versetzt den Landkreis in eine unerfreuliche Lage. Die Telekom hat nicht überall Kabel verlegt: Die weite Fläche mit schnellem Netz zu versorgen, bleibt an Northeim hängen. Die Finanzierung des Ausbaus ist zudem riskanter geworden, weil die Telekom die potenziell lukrativeren Gebiete versorgt. Außerdem muss der Landkreis nun nicht mehr so viele Anschlüsse legen wie angenommen - dadurch wird der einzelne Anschluss teurer.

Bundesnetzagentur stoppt Freischaltung

Nun wird der Landkreis nach seinem Engagement für das schnelle Internet selbst zum Bremser desselben: Er hat Einspruch gegen die Freischaltung der durch die Telekom verlegten Breitbandleitungen in Katlenburg, Lindau, Wachenhausen und Berka erhoben. Die Bundesnetzagentur stoppte daraufhin die Freischaltung. "Das ist schon eine unglückliche Situation", sagt Uwe Ahrens (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Katlenburg-Lindau. Denn jetzt liegt das schnelle Internet ungenutzt in den vier Orten.

Kommunen haben der Telekom in der Vergangenheit schon mehrfach vorgeworfen, gerne in Ballungsräumen auszubauen - und kostenintensive ländliche Gebiete ihnen zu überlassen.

Weitere Informationen
mit Video

Schnelles Netz für 400.000 ländliche Haushalte

Im Rahmen des Breitbandausbaus hat Verbraucherschutzminister Meyer schnelles Internet für 400.000 ländliche Haushalte angekündigt. Insgesamt stehen 390 Millionen Euro zur Verfügung. (20.07.2017) mehr

106 Millionen für Niedersachsens Breitbandausbau

Der Bund fördert den Breitbandausbau in Niedersachsen mit 106 Millionen Euro. Insgesamt werden in der zweiten Runde des Förderprogramms 904 Millionen Euro an die Bundesländer vergeben. (26.10.2016) mehr

Bunte Glasfaserkabel. © NDR Fotograf: Lars Gröning

DSL-Geschwindigkeit selten erreicht

NDR Info - Wirtschaft -

Wer einen Vertrag über schnelles Internet abschließt - die tatsächliche Geschwindigkeit aber langsamer ist - muss das nicht einfach so hinnehmen. Marcus Plettendorff berichtet.

2,5 bei 4 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 14.12.2017 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:48

Aufräumarbeiten nach Orkantief "Friederike"

19.01.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
04:21

Sturmschäden in Millionenhöhe: Wer zahlt?

19.01.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:23

Wintereinbruch bremst Bahnreisende aus

19.01.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen