Stand: 11.02.2018 11:18 Uhr

"Das Holz hätten meine Kinder ernten sollen"

Allein in Niedersachsen hat der Orkan "Friederike" im Januar so viele Bäume umgerissen, wie sonst in einem halben Jahr geschlagen werden. Besonders hart getroffen hat es die privaten Waldbesitzer in Südniedersachsen. In Oldershausen im Landkreis Northeim zum Beispiel ist an einem Tag sogar etwa das Siebenfache einer durchschnittlichen Jahresernte umgeknickt. Für Waldbesitzer Philipp von Oldershausen ist das besonders bitter. Denn auch die Bestände für die nächste Generation sind vernichtet worden. "Das ist auch das, was ich meinen Kindern gesagt habe. Das Holz, was jetzt hier liegt, hätten sie eigentlich ernten sollen. Und das ist schon belastend."

Im Wald sortiert ein Bagger Baumstämme

Nach "Friederike": Waldarbeiter räumen auf

Hallo Niedersachsen -

In Niedersachsen hat Sturm "Friederike" in den Wäldern schwere Schäden angerichtet. Auch mehrere Wochen danach sind viele Waldbesitzer immer noch mit Aufräumen beschäftigt.

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So stark betroffen, wie seit den 70er-Jahren nicht mehr

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Die Aufräumarbeiten laufen. Bis zum Ende des Jahres sollen die Schäden beseitigt sein, sagt Waldbesitzer von Oldershausen.

Erst jetzt, nachdem sich die Waldarbeiter durch das gröbste Chaos gearbeitet haben, wird das Ausmaß der Schäden richtig deutlich. "Wir sind hier so stark vom Sturm betroffen wie seit den 70er-Jahren nicht mehr", sagt Waldbesitzer von Oldershausen. Kurz nach dem Orkan konnte keiner in den Wald gehen. Überall lagen Bäume. "Da kam mein Vater auf mich zu und hatte Tränen in den Augen. Weil die Bäume, die er jahrzehntelang gehegt und gepflegt hat, die sind teilweise umgefallen. Und der Wind hat von jetzt auf gleich den Betrieb, das Bild des Waldes gänzlich verändert."

Größte Schäden im Solling und im Harz

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Die Wälder in Südniedersachsen hat "Friederike" besonders getroffen.

60 Prozent des gesamten niedersächsischen Waldes gehören privaten Waldbesitzern. Der Waldbesitzerverband Niedersachsen sprach nach "Friederike" von verheerenden Auswirkungen und sah das Ausmaß der Schäden in einigen Regionen sogar auf Augenhöhe mit Orkan "Kyrill", der 2007 wütete. Vor allem im Raum Osnabrück, im Solling und im Harz sind viele Bäume umgestürzt. Die niedersächsischen Landesforsten hingegen sahen "Friederike" in ihrer Bilanz nicht so folgenschwer wie "Kyrill". Der Sturm hat laut Landesforsten für etwa 950.000 Festmeter Sturmholz gesorgt. Bei "Kyrill" sei es das Doppelte gewesen.

 

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 10.02.2018 | 19:30 Uhr

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