Stand: 26.07.2020 18:00 Uhr

Braunschweig: Hoffen auf einen fast normalen Schulalltag

Ende August enden die Sommerferien in Niedersachsen. Mit Beginn des neuen Schuljahres soll dann - soweit wie möglich – der Unterricht wieder regulär stattfinden. In mehren Beiträgen schaut NDR Info darauf, wie es dann trotz Corona-Krise weitergeht. In Braunschweig wird bereits jetzt an der Planung für das neue Schuljahr gearbeitet - unter anderem an der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule.

von Bita Schafineya

Der Fahrerbereich in einem Bus ist abgesperrt. © dpa-Bildfunk
Die Provisorien sind bald Vergangenheit: In den Bussen in Braunschweig werden an den Sitzen des Fahrers derzeit Plexiglas-Scheiben eingebaut.

Seit Mitte Mai fahren die Straßenbahnen und Busse in Braunschweig wieder regelmäßig. Das soll auch so fortgesetzt werden, wenn die Schule Ende August wieder los geht. Es sei denn, es gibt eine zweite Corona-Welle, sagt Sprecherin Maike Schulz. "Im Moment sind noch weniger Fahrgäste in unseren Fahrzeugen unterwegs, sodass es dort einfach ist, sich an die Abstandsregeln zu halten. Wir sind dabei, in allen Bussen an den Sitzen des Fahrers Plexiglas-Scheiben einzubauen, damit man auch wieder vorne einsteigen und Tickets beim Fahrer kaufen kann". 

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Ein Junge mit Mundschutz in der Schule. © picture alliance Foto: Christian Charisius

Nach den Ferien gilt Maskenpflicht an Schulen

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Abstands- und Hygieneregeln bleiben bestehen

Doch bei Schulbeginn werden die Busse wieder voller werden: Deshalb werden auch die Kinder weiterhin Masken im Öffentlichen Nahverkehr tragen müssen. Und: Die eingeübten Corona-Abstandsregeln werden auch bei Schulbeginn weiterhin gelten, so auch in der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule in Braunschweig. Dort steht an der Eingangstür in großen roten Buchstaben "Bitte 1,50 Meter Abstand halten". An jeder Ecke im Schulgebäude stehen Spender mit Desinfektionsmitteln. Diese Corona-Maßnahmen gelten auch noch nach den Sommerferien, betont Schulleiterin Nadine Diekmann. "Wir werden uns auch bemühen, die räumlichen Gegebenheiten weiterhin so zu nutzen, dass Schüler sich möglichst wenig begegnen und auf den Wegen durch das Gebäude keine großen Menschenmengen aufeinandertreffen. Ansonsten freuen wir uns, dass wir den Schulunterricht wieder ganz normal anbieten können." Das bedeutet: ein Ende des Homeschoolings, jeden Tag Unterricht, alle Fächer. Und auch Ganztagsangebote sollen wieder möglich sein, wenn die Schulen so viel Personal haben, dass sie das stemmen können.

Eltern- und Lehrerverbände sind skeptisch

Doch Eltern- und Lehrerverbände sind skeptisch. Die Pläne des niedersächsischen Kultusministeriums sind wegen des großen Personalmangels nicht durchzusetzen, glaubt Uwe Riske von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), denn die Probleme seien schon vor der Corona-Krise deutlich geworden. "Uns fehlen Leute", sagt Riske. "Viele Stellen, die jetzt ausgeschrieben sind, können nicht besetzt werden. Bestimmte Schulformen werden von den Studierenden nicht gewählt." Von 400 Studierenden gebe es lediglich zwei, die den Schwerpunkt Hauptschule studieren. "Offensichtlich ist der Lehrerbruf in bestimmten Bereichen nicht attraktiv genug", meint Riske.

Drei Optionen für die Schulen in Niedersachsen

Für die Schulen plant das Land Niedersachsen insgesamt drei Optionen, die abhängig von den Infektionszahlen am Ende der Ferien in Kraft treten können. So gebe es neben der sehr wahrscheinlichen Variante des landesweit eingeschränkten Regelbetriebs auch Planungen zu einem Unterricht im Wechsel aus Präsenz- und Heimunterricht sowie im schlimmsten Fall auch zu Quarantäne und einem Lockdown der Schulen.

Programm-Tipps

NDR Info sendet im Hörfunk am Dienstag, den 28. Juli, ab 21.35 Uhr eine Redezeit mit dem Thema "Das neue Schuljahr beginnt - wie viel Normalität lässt Corona zu?". Am Sonntag, den 2. August, läuft um 6.05 Uhr und 17.05 Uhr ein Forum am Sonntag mit dem Titel "Schule in der Corona-Zeit"

Doch Schulleiterin Nadine Diekmann hofft, dass der Unterricht nach den Ferien wieder ganz normal weiterläuft. "Wir haben alles wieder so geplant, wie es vor Corona war. Eine Schulschließung will keiner und ich hoffe, dass sie auch nicht kommt. Denn die Home-Learning-Szenarien als Alternative für Präsenzunterricht sehen wir nicht. Wir wollen möglichst vermeiden, dass viel zu Hause gelernt werden muss."

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Blick in eine Schulklasse, in der die Kinder weit auseinander sitzen. © picture alliance Foto: Christian Charisius

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 31.07.2020 | 06:55 Uhr

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