VW Flaggen © dpa-Bildfunk Foto: Hendrik Schmidt

Corona-Krise Fehlanzeige: VW macht weiter Milliardengewinne

Stand: 26.02.2021 17:18 Uhr

Corona-Krise? Wirtschaftsflaute? VW scheint davon kaum betroffen zu sein: Auch das schwierige Jahr 2020 hat der Autobauer mit einem Milliardengewinn abgeschlossen.

Die zwischenzeitlichen roten Zahlen im zweiten Quartal, ausgelöst durch stockende Verkäufe, beschädigte Lieferketten und sogar Werksschließungen - den Wolfsburgern gelang es offenbar, sie deutlich ins Plus zu drehen. Am Ende verdiente Europas größter Autohersteller fast neun Milliarden Euro. Das geht aus Zahlen hervor, die VW jetzt selbst vorgelegt hat. Das Betriebsergebnis: Sogar mehr als zehn Milliarden Euro - abzüglich der Rechtskosten zur Bewältigung der Dieselkrise. Der Umsatz lag insgesamt bei mehr als 220 Milliarden Euro.

Verkäufe von E-Autos waren Rettung

Was Volkswagen zugute kam: Die Verkäufe, vor allem bei Elektro- und Hybridautos hatten zum Jahresende wieder zugelegt. Trotzdem wurden über das ganze Jahr gesehen weniger Autos verkauft als noch 2019. Dementsprechend lagen da auch Betriebsergebnis und Umsatz mit 14 beziehungsweise rund 250 Milliarden Euro deutlich höher. Und: 2020 markierte das Jahr, in dem VW den Titel "größter Autobauer der Welt" abgeben musste - an Toyota.

Kein Minus für Aktionäre

Bei der Ausschüttung an die Aktionäre will der Konzern überraschend keine Abstriche machen. So soll die Dividende für das abgelaufene Jahr je Vorzugsaktie mit 4,86 Euro genauso viel wie in den Jahren zuvor betragen. Mehr als die Hälfte der Stammaktien der Volkswagen AG kontrolliert die Holding Porsche SE für die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch. 20 Prozent der Stammpapiere gehören dem Land Niedersachsen, ein Staatsfonds aus Katar besitzt weitere 17 Prozent.

Wegen Corona-Lage bleibt VW vorsichtig optimistisch

Mit Blick auf die kommenden Monate bleibt VW wegen der unsicheren Corona-Lage grundsätzlich vorsichtig. Man könne weiter zulegen, heißt es vom Konzern - allerdings nur falls es gelänge, die Pandemie einzudämmen. Die Motivation ist jedenfalls groß: Man wolle das Momentum aus dem deutlich besseren zweiten Halbjahr 2020 mit ins laufende Jahr nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

Regional Braunschweig | 26.02.2021 | 09:30 Uhr

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