Bund fördert Entwicklung von Braunschweiger Corona-Arznei

Stand: 15.04.2021 16:33 Uhr

Die Forscher von Corat Therapeutics erhalten für ihr Corona-Medikament nun doch einen größeren Millionen-Betrag vom Bund. Das bestätigte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

In welcher Größenordnung der Bund das Unternehmen unterstützen werde, wisse er noch nicht, sagte Althusmann. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) kündigte an, dass zunächst 50 Millionen Euro auf acht Projekte verteilt werden sollen. In einem weiteren Förderprogramm sollen dann noch einmal 300 Millionen Euro fließen. Hier sind die genauen Bedingungen allerdings noch unklar. Für die Finanzierung einer weiteren Testphase und zum Ausbau der Produktion braucht Corat Therapeutics rund 50 Millionen Euro.

Tests an Patienten ab Ende April

Ende April sollen in der Uni-Klinik Tübingen die ersten Corona-Patienten das Präparat aus Braunschweig, das auf Antikörpern basiert, erhalten. In Tests an Tieren hat es den Angaben zufolge sehr gut angeschlagen. Wenn das Medikament jetzt in die Produktion komme, könne es vielleicht bis zum Jahresende zur Verfügung stehen, sagte Althusmann. "Das könnte ein Riesenschritt nach vorne sein bei der Corona-Pandemiebekämpfung." Ob es tatsächlich dazu kommt, steht allerdings noch nicht fest. "Das ist davon abhängig, wann das Geld kommt", sagte der Chef von Corat Therapeutics, Andreas Hermann, dem NDR in Niedersachsen. Wenn die Finanzierung im April nicht stehe, könnte sich die Produktion verschieben, da rechtzeitig Produktionsstätten reserviert werden müssten.

Gerüchte über Gespräche mit Rossmann und Maschmeyer

Das Land Niedersachsen fördert das Start-up zusammen mit weiteren Geldgebern bereits seit Juni 2020. Über die Höhe der Beteiligung hatten die Partner Stillschweigen vereinbart. Die "Braunschweiger Zeitung" berichtet, das Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die finanzkräftigen Unternehmer Dirk Rossmann und Carsten Maschmeyer wegen einer möglichen Beteiligung angesprochen haben soll. Die Staatskanzlei wollte das gegenüber NDR Niedersachsen nicht bestätigen. Man könne lediglich sagen, dass grundsätzlich Gespräche laufen, um das Projekt zu unterstützen, so eine Sprecherin. Anfragen bei den Pressestellen von Rossmann und Maschmeyer wurden bislang noch nicht beantwortet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 15.04.2021 | 13:30 Uhr

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