Stand: 07.09.2020 13:40 Uhr

Bsirske will für Niedersachsens Grüne in Bundestag

Frank Bsirske bei einem Interview.  Foto: Britta Pedersen/dpa
Im September 2019 hatte Frank Bsirske den Vorsitz bei ver.di an seinen Nachfolger Frank Werneke abgegeben - im Herbst 2021 will er Grünen-Bundestagsabgeordneter werden. (Archivbild)

Der frühere ver.di-Chef Frank Bsirske will im Ruhestand noch mal ordentlich loslegen - und für die Grünen in den Bundestag einziehen. Dazu möchte er von seiner Partei in Niedersachsen auf einem der ersten sechs Plätze der Landesliste aufgestellt werden. Das sagte Bsirske in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ). Der Landesverband stellt derzeit sechs der 67 grünen Bundestagsabgeordneten. Ein hinterer Listenplatz wäre "als Signal wohl nicht besonders klug", sagte Bsirske der Zeitung. Seine Kandidatur sei "ein Signal der Grünen" dafür, dass die Partei imstande sei, Ökologie und Soziales zu verbinden, sagte der 68-Jährige.

In Helmstedt geboren, in Wolfsburg zur Schule

Bsirskes Aussichten, ein Direktmandat zu gewinnen, stehen eher schlecht. Er will im Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg als Direktkandidat antreten. 2017 waren für den Grünen-Kandidaten Volker Möll dort lediglich 4,5 Prozent der Stimmen drin. Ob Bsirske das Direktmandat bekommt oder der 23-jährige Tjark Melchert, der bei einem Arbeitgeberverband arbeitet, entscheidet sich im Oktober. Am Mittwoch kommender Woche stellen sich beide Kandidaten den Mitgliedern des Kreisverbandes Helmstedt vor. Bsirske ist seit 1986 Mitglied der Grünen, wie die "SZ" berichtet. Den Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg habe er sich ausgesucht, weil er in Helmstedt geboren und in Wolfsburg zur Schule gegangen sei, sagte Bsirske. Gerade dort zeige sich ganz drastisch, dass die Klimakrise Jobs gefährde, wenn sie eskaliere. "Wer Arbeitsplätze sichern will, muss sich dafür einsetzen, dass sie nachhaltig werden", so Bsirske.

Auch Wenzel kann sich Kandidatur vorstellen

Traditionell sind die Listenplätze bei den Grünen paritätisch besetzt - Frauen stehen auf den ungeraden Plätzen, Männer auf den geraden. Ihre Landesliste für die Bundestagswahl wollen die Grünen in Niedersachsen voraussichtlich erst im Frühjahr kommenden Jahres aufstellen - und das dürfte spannend werden. Denn auch Niedersachsens früherer Umweltminister Stefan Wenzel kann sich "gut vorstellen", vom Landtag in den Bundestag zu wechseln. Das hatte der 58-Jährige im August gesagt. Sollte er kandidieren, käme für Wenzel der Wahlkreis Göttingen in Betracht. Dort war zur Bundestagswahl 2017 das Grünen-Urgestein Jürgen Trittin angetreten. Bislang äußerte sich der 66-Jährige allerdings nicht dazu, ob er 2021 erneut kandidieren will. Trittin war über die Landesliste in den Bundestag eingezogen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 07.09.2020 | 17:00 Uhr

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