André Frenzel, wissenschaftlicher Leiter im Unternehmen Corat Therapeutics, blickt auf eine Mikroplatte. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Braunschweiger Corona-Arznei: Zulassungsantrag noch 2021?

Stand: 03.05.2021 12:08 Uhr

Finanzielle Zusagen, Beginn von klinischen Tests - bald Marktreife? Das Unternehmen Corat Therapeutics hält einen Antrag auf vorläufige Zulassung seines Covid-19-Medikaments in diesem Jahr für möglich.

Erst vor wenigen Tagen hat das Braunschweiger Unternehmen den Beginn von klinischen Tests mit dem Wirkstoff an Patienten in Krankenhäusern vermeldet. In dieser Phase sollen die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des Medikaments an insgesamt 45 Patientinnen und Patienten in fünf deutschen Studienzentren bewertet werden. Ergebnisse werden zwar erst im Sommer erwartet - dennoch macht sich Optimismus beim Corat-Team breit. "Das kann dazu führen, dass wir eine Notfallzulassung Ende des Jahres beantragen können", sagt André Frenzel, wissenschaftlicher Leiter von Corat Therapeutics.

DIVI: Viele Substanzen nicht wirksam

Anfang April hatte es aus der Medizin allerdings ernüchternde Meldungen zur bisherigen Suche nach einem Corona-Medikament gegeben. Stefan Kluge, Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), verwies darauf, dass etwa 400 verschiedene Substanzen auf ihre Wirksamkeit gegen Sars-CoV-2 untersucht würden. Bei fast allen Studien habe es aber negative Ergebnisse gegeben.

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Mittel speziell für schwere Covid-19-Fälle

Das Medikament des Braunschweiger Unternehmens mit dem Entwicklungsnamen Cor-101 soll moderat bis schwer erkrankten Covid-19-Patienten helfen. Konkret soll es das Virus an der Vermehrung in der Lunge hindern. Der Wirkstoff ist laut Corat ein durch biotechnologische Methoden hergestellter Antikörper. Das Mittel ist nach Unternehmensangaben speziell darauf ausgelegt, keine überschießenden Immunantworten auszulösen, die zur Schädigung der Lunge beitragen. Dadurch soll auch eine Behandlung von Patientinnen und Patienten mit hoher Viruslast, die bereits fortgeschrittene Erkrankungen aufweisen, möglich sein.

Bund und Land fördern Entwicklung

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte Mitte April erklärt, dass die Entwicklung des Corona-Medikaments in Braunschweig künftig vom Bund gefördert werden soll. Auch vom Land Niedersachsen und von Investoren gibt es seit Juni 2020 Unterstützung für das biopharmazeutische Unternehmen. Die jeweiligen Summen sind nicht bekannt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.05.2021 | 15:00 Uhr

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