Stand: 13.01.2019 09:11 Uhr

Braunschweig: Protest gegen Fällung von 87 Bäumen

Die Stadt Braunschweig will 87 alte Bäume inmitten der Jasperallee durch junge Bäume ersetzen.

Rund 400 Menschen haben am Sonnabend in Braunschweig dafür demonstriert, dass die Jasperallee in ihrer jetzigen Form erhalten bleibt. Der Stadtrat hatte Ende vergangenen Jahres beschlossen, 87 Ahorne auf dem grünen Mittelstreifen zwischen Staatstheater und Ring zu fällen und durch junge Linden zu ersetzen. Gegen dieses Vorhaben hatten die Bürgerinitiative (BI) Baumschutz Braunschweig sowie 21 weitere Initiativen, Parteien und Institutionen zur symbolischen Uhrzeit von fünf vor 12 Uhr zur Demo aufgerufen. Mit Plakaten wie "Die Jasperallee soll leben" oder "Baumkiller = Klimakiller" zogen die Demonstranten friedlich von der Jasperallee bis zum Rathaus.

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BI fürchtet neuen Anblick der Jasperallee

Die BI setzt sich dafür ein, dass die Jasperallee in ihrer jetzigen Form erhalten bleibt. Dazu gehöre eben auch, dass sie mit unterschiedlich alten und großen Bäumen bestückt ist, heißt es auf der Homepage der BI. Seit etwa 100 Jahren sehe die Jasperallee so aus wie heute und genau so stehe sie seit 1995 unter Denkmalschutz. In einer Petition, die rund 10.500 Menschen unterzeichnet haben, fordert die BI, "keine drastischen Baumfällungen". Nur Bäume, die nicht mehr zu retten seien, sollten demnach durch junge Linden ersetzt werden. Die bestehenden Lücken innerhalb der Allee könnten nach Ansicht der BI bereits jetzt mit jungen Linden ausgefüllt werden. Aber ein kompletter Austausch der Ahorne würde die Jasperallee für 20 bis 50 Jahre in einem traurigen Bild erscheinen lassen und für die Bürger, das Stadtklima, die Umwelt und Natur einen "enormen Verlust" bedeuten, so die BI.

Stadtrat: Der Boden muss komplett ausgetauscht werden

Die Stadt begründet ihr Vorhaben damit, dass die Ahorne überwiegend in einem schlechten Zustand seien. Ziel sei es, das Erscheinungsbild der Jasperallee mittel- und langfristig zu bewahren. Dies könne am besten mit einer Neubepflanzung der Allee gelingen, heißt es in einer Mitteilung des Stadtrats vom Dezember. Mit dem Nachpflanzen einzelner Bäume habe die Stadt in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gesammelt, weil die Bodenbeschaffenheit zu schlecht sei. Über die Jahre seien etliche Lücken in den Baumreihen entstanden, die das Erscheinungsbild der Allee beeinträchtigten. Neue Bäume könnten nur gedeihen, wenn der mit Bauschutt durchzogene Boden großflächig ausgetauscht werde, heißt es weiter. Im ersten Quartal dieses Jahres will die Stadt mit den Arbeiten in dem Abschnitt zwischen der Moltke- und Bismarckstraße und der Kasernenstraße beginnen.

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Hallo Niedersachsen | 12.01.2019 | 19:30 Uhr

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