Der Angeklagte kommt mit Handschellen in den Gerichtssaal vom Landgericht Braunschweig. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Besondere Schwere der Schuld? Gericht muss nachverhandeln

Stand: 10.05.2021 13:44 Uhr

Im Fall eines Mordes auf einem Parkplatz in Salzgitter geht es seit Montag erneut um die besondere Schwere der Schuld des Täters. Nach dem Urteil hatte er Revision eingelegt.

Das Landgericht Braunschweig hatte den damals 34-Jährigen im Februar vergangenen Jahres nach einem umfangreichen Indizienprozess wegen Mordes und Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Zudem stellte das Landgericht die besondere Schwere der Schuld fest. Diese soll nun nach einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) überprüft werden. Die lebenslange Haftstrafe ist indes rechtskräftig.

Entlassung nach 15 Jahren Haft fast unmöglich

Die besondere Schwere der Schuld spielt bei einer lebenslangen Haftstrafe eine Rolle. Wird sie festgestellt, ist eine Entlassung nach 15 Jahren nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Im Fall des Verurteilten soll diese Frage nun an zwei Verhandlungstagen ohne Zeugen vor dem Landgericht Braunschweig neu bewertet werden.

Opfer war der Freund der Schwester

Das Gericht hatte den damals 34-Jährigen verurteilt, weil er nach Ansicht der Richter den Freund seiner Schwester umgebracht hatte. Im Januar 2019 hatte er demzufolge mehr als eine Stunde lang auf einem Parkplatz in einem Hinterhof in Salzgitter auf sein Opfer gewartet. Als der 25-Jährige aus dem Auto stieg, feuerte der Verurteilte aus kurzer Distanz Schüsse ab. Der 25-Jährige erlag später in einer Klinik seinen Verletzungen. Der 34-Jährige, der einer muslimischen Familie angehört, tolerierte aus Sicht des Gerichts die Beziehung seiner Schwester zu ihrem christlichen Freund nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 10.05.2021 | 06:30 Uhr

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