Stand: 28.01.2020 10:09 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Bei Helmstedt wird bald Klärschlamm verbrannt

Zur Grundsteinlegung kam auch Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) nach Büddenstedt.

Der Schlamm aus Kläranlagen ist ein Problem in Niedersachsen. Früher wurde er von Landwirten entsorgt, die ihn als Dünger auf ihren Feldern ausbrachten. Doch ein neues Düngegesetz hat die Vorschriften verschärft, Landwirte düngen immer weniger mit Klärschlamm. Jetzt sitzen Kommunen auf Tonnen von Klärschlamm, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Eine Möglichkeit ist es, den Schlamm zu verbrennen. Dafür sollen im Land nun mehrere Anlagen entstehen. Die erste wird ab sofort in Büddenstedt im Landkreis Helmstedt gebaut. Am Donnerstag wurde der Grundstein gelegt.

Aus Asche wird Phosphor gewonnen

Gebaut wird die Klärschlamm-Verbrennungsanlage von EEW Energy from Waste, einem Energieversorger und Abfallverwerter mit Standort in Helmstedt. EEW wird die Anlage auch betreiben. Etwa 20 Prozent des Klärschlamms in Niedersachsen könnten dort zukünftig verbrannt werden, sagte Geschäftsführer Bernard M. Kemper. Durch das Feuer werden organische Giftstoffe zerstört. Rückstände wie Schwermetalle werden rausgefiltert. Zurückbleiben sollen dann jährlich 15.000 Tonnen Asche. Aus der unbelasteten Asche soll in weiteren Verfahren Phosphor gewonnen werden, das als Pflanzendünger eingesetzt wird.

Lies: "Nachhaltiger Umweltschutz"

Er freue sich über den Baustart der Anlage, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD), der zur Grundsteinlegung gekommen war. Er sprach von aktivem, nachhaltigem Umweltschutz, der dort betrieben werde. Für EEW ist der Bau ein erster Schritt in den Strukturwandel des ehemaligen Helmstedter Braunkohlereviers.

Die Großanlage kostet nach Angaben des Unternehmens mindestens 45 Millionen Euro. Sie soll Ende 2021 in Betrieb gehen.


28.01.2020 10:04 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikel hieß es, nach einer Verschärfung der Düngevorschriften würden Landwirte keinen Klärschlamm mehr auf die Felder bringen. Richtig ist, dass die Verwendung von Klärschlamm als Dünger nicht grundsätzlich verboten ist, die Verwendung von Klärschlamm als Dünger in der Landwirtschaft aber stark rückläufig ist. Außerdem hieß es in der ursprünglichen Fassung, dass in der neuen Klärschlamm-Verbrennungsanlage auch Schwermetalle verbrannt würden. Das ist nicht richtig. Schwermetalle werden ausgefiltert. Wir haben den Text entsprechend korrigiert und bitten, die Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.01.2020 | 12:00 Uhr

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