Stand: 25.04.2019 19:10 Uhr

Beben statt Leben: Marssonde misst Erschütterung

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Die Marssonde "InSight" hat offenbar ein Marsbeben aufgezeichnet.

Die Marssonde "InSight" hat wahrscheinlich erstmals ein Marsbeben aufgezeichnet. Wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen mitteilte, konnten die Instrumente an Bord der Sonde Erschütterungen messen. Zu dem Forscherteam, das die seismischen Aktivitäten des Erdnachbarn beobachtet, gehörten auch Wissenschaftler aus Niedersachsen. Ziel der Mission ist es, aus der Art und Weise, wie sich seismische Wellen auf dem Mars ausbreiten, auf seinen inneren Aufbau zu schließen. Bisher konnte noch keine Marsmission aussagekräftige Daten über Bodenbewegungen sammeln.

Unterschiedliche Platten-Struktur

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Allerdings war das registrierte Beben auf dem Mars deutlich schwächer als typische Erdbeben. Die Ursache dafür liegt den Angaben zufolge in den Strukturen der Erd- und Marsoberfläche. Auf der Erde verschieben sich tektonische Platten. Sie bauen auf diese Weise Spannungen auf, die sich in Beben entladen. Auf dem Mars gibt es nur eine einzelne tektonische Platte. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Abkühlen des Planeten die wenigen schwachen Marsbeben auslöst.

Auf dem Mars gibt es kein "seismisches Hintergrundrauschen"

Das Beben auf dem Mars sei so schwach gewesen, dass es auf der Erde gar nicht aufgefallen wäre, so Ulrich Christensen, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung und Mitglied des SEIS-Teams. Auf der Erde sorgten zum Beispiel die Meeresbrandung und das Wetter für ein ständiges seismisches Hintergrundrauschen. Dieses hätte ein Beben von der Größenordnung der registrierten Marserschütterung völlig überdeckt. In den kommenden Wochen wollen die Forscher den genauen Ursachen des Marsbebens weiter auf den Grund gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 25.04.2019 | 06:30 Uhr

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