Ein Baustellenschild an einem Absperrzaun. © Colourbox Foto: PetraD

Baugelände in Goslar: Wurden verseuchte Materialien verbaut?

Stand: 03.05.2021 15:28 Uhr

Vorwürfe des NABU sorgen auf dem Baugelände des ehemaligen Fliegerhorstes in Goslar für Kontroversen. Angeblich seien dort verseuchte Materialien verbaut worden. Der Investor widerspricht.

Stein des Anstoßes sind Proben, die die NABU-Kreisgruppe Goslar aus mehreren Schotterhaufen auf dem Gelände genommen hat. Die Ergebnisse der Analyse seien "sehr beunruhigend", sagte Wolfgang Moldehn, Chef der NABU-Kreisgruppe Goslar, dem NDR in Niedersachsen. Viele Menschen hätten sich zuvor an die Organisation mit entsprechenden Verdächtigungen gewandt. Die Kreisgruppe habe darauf die Proben entnehmen lassen.

Kredit-Nachteile für Bauherrn

"Wir wollen verhindern, dass die Leute, die sich da ein gemütliches Heim schaffen wollen, in irgendeiner Weise enttäuscht werden", sagte Moldehn. Das ist offenbar nicht aufgegangen - denn viele Bauherren sind vom NABU enttäuscht. Weil Moldehn in einem Video behauptete, Sondermüll käme in Straßen und Wege, hätten Banken ihre Kreditlinien zuungunsten der Bauherren geändert, berichtet ein Sprecher der Bauherren.

"Gewisser Beigeschmack" - Investor kritisiert NABU-Vorgehen

Investor Folkert Bruns weist die Vorwürfe zurück: Man wisse von Altlasten, die aber alle entsorgt würden, sagte er dem NDR. Darüber hinaus kritisiert er das Vorgehen des NABU. Dass die Proben auf fremdem Gelände ohne Genehmigung und ohne Abstimmung mit den Behörden genommen wurden, habe einen "gewissen Beigeschmack" so Bruns.

Landkreis lässt eigene Proben analysieren

Mittlerweile hat auch der Landkreis Proben von dem Schotterhaufen nehmen lassen und wartet nun auf die Ergebnisse. Ein Kreissprecher betonte, dass der Landkreis das Gelände kontrolliere und sich über Hinweise vom NABU freue. Bei dem Projekt habe der Landkreis zwar immer wieder auf Sachen, die gemacht werden müssen, hingewiesen. Dies sei aber in den letzten Monaten dann auch so umgesetzt worden, so der Sprecher. Größere Verfehlungen habe es zudem nicht gegeben.

Immer wieder Streit um Gelände

Der Fliegerhorst in Goslar wurde bis 2010 von der Bundeswehr genutzt, ehe das Gelände brach lag. 2016 kaufte es Investor Bruns. Viele Unternehmen sowie ein Kindergarten siedelten sich an. Zudem wurden 150 Bauplätze verkauft. Allerdings gab es auch mehrfach Streit - unter anderem wegen illegaler Baumfällungen sowie um eine illegale Mülldeponie.

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Ein Holzfäller arbeitet mit einer Motorsäge in einem Wald. © picture-alliance/ dpa Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Baumfällungen für Baugebiet in Goslar waren unrechtmäßig

Laut Landkreis hätte der Investor eine Entscheidung abwarten müssen. Nun werde ein Bußgeld fällig. (23.10.2020) mehr

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.05.2021 | 15:00 Uhr

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