Dichter grüner Fichtenwald am Dammgraben in Altenau im Harz. © NDR Foto: Anja Deuble

Aufforstung: Harz soll deutlich vielfältiger werden

Stand: 11.07.2021 14:28 Uhr

Die Niedersächsischen Landesforsten haben im Harz ein gewaltiges Aufforstungsprogramm gestartet. Das soll mittelfristig auch das Erscheinungsbild des Waldes verändern. Das Ziel: mehr Mischwälder.

Bereits in einem Zeitraum von zehn Jahren werde man den neuen Wald sehen, sagte Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Dieser werde ein anderer sein, deutlich vielfältiger. Dunkle Fichtenwälder wie bis vor wenigen Jahren, werde es künftig im Harz kaum noch geben.

Naturverjüngung und Pflanzungen

Die Landesforsten setzten laut Merker auf Naturverjüngung sowie zusätzliche Pflanzungen. Mithilfe der Vögel und des Windes würden im Naturpark nun vor allem Eberesche, Birke, Weide oder Ahorn wachsen. Zusätzlich würden Roteichen, Buchen, Bergahorne, Spitzahorne, Lärchen, Weißtannen und Douglasien gepflanzt oder gesät. Ziel dieser Maßnahme sei es "standortgerechte und leistungsfähige Wälder" aufzubauen.

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"Mischwälder resilienter als bisherige Monokulturen"

Ziel aller Umbaumaßnahmen sei, den neuen Wald resilienter also widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen, betonte Merker gegenüber der Zeitung. Heute könne zwar noch niemand sagen, wie das Klima in 50 Jahren genau aussehen werde und wie heutige Maßnahmen dagegen wirkten. "Ich bin aber fest überzeugt und die Erfahrungen aus 30 Jahren Waldumbau zeigen, dass Mischwälder stets resilienter sind als die bisherigen Monokulturen."

Schäden noch größer als befürchtet

Die Landesforsten gehen davon aus, dass in Niedersachsen 25.000 Hektar vom Baumsterben betroffen sind, davon allein im Harz etwa 16. 000 Hektar. Die Schäden durch Trockenheit und Borkenkäferbefall im Harz seien noch größer als zu Jahresbeginn befürchtet, sagte Merker.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.07.2021 | 08:00 Uhr

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