Stand: 03.07.2020 17:41 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Asse: Koordinationskreis lehnt Rückholplan ab

Besucher besichtigen hinter einem Schild "Gesperrt" das marode Atommülllager Asse bei Remlingen. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte
Laut Bundesgesellschaft für Endlagerung soll die Bergung der Atommüll-Fässer aus der Asse 2033 beginnen. (Archivbild)

Vertreter des Asse-II-Koordinationskreises lehnen den Rückholplan für den Asse-Atommüll ab, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Der Rückholplan sei "fehlerhaft und unzureichend", wichtige Fragen würden nicht beantwortet, heißt es von dem Zusammenschluss aus Bürgerinitiativen, Gruppen und Einzelpersonen. So sei etwa ungeklärt, ob für das Bergen des Mülls neue Schächte und Gänge gegraben werden dürften. Oder ob die Vorgaben des Strahlenschutzes es überhaupt erlauben, den Müll herauszuholen. Dafür müssten Gutachten erstellt werden, was der Betreiber, die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), aber nicht mache. Unterlassen werde es zudem, technische Geräte zu entwickeln, um den Müll zu bergen.

Höhere Strahlenwerte für Anwohner zumutbar?

Vieles deute aktuell darauf hin, dass der Atommüll gar nicht mehr aus der Asse geholt werden solle, sagte Andreas Riekeberg vom Koordinierungskreis. So sei die Strahlenschutzverordnung mit dem Ergebnis geändert worden, dass den Anwohnern höhere Strahlenwerte zugemutet werden könnten. Das wiederum könne dazu führen, dass der Müll in der Asse bleiben könnte und das Bergwerk lediglich geflutet werde - so, wie es früher schon einmal geplant war.

Bergung soll 2033 beginnen

Dabei hatte der Bundestag eigentlich vor sieben Jahren beschlossen, den Atommüll aus der Asse herauszuholen. Nur so könnten Bevölkerung und Umwelt langfristig geschützt werden, wurde diese "Lex Asse" sinngemäß begründet. Bis heute wurde jedoch keines der rund 126.000 Fässer aus dem ehemaligen Bergwerk geholt. Nach Angaben der BGE soll die Bergung 2033 beginnen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 03.07.2020 | 17:00 Uhr

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