Stand: 17.12.2018 14:52 Uhr

Asse: Gesamtplan für Bergung soll 2019 stehen

Seit mehr als 50 Jahren lagern Fässer mit radioaktivem Abfall in der Asse bei Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel). Die Zeit für die Rückholung drängt, weil täglich Wasser in die marode Anlage einströmt. Eine Stilllegung ist jedoch weit entfernt - frühestens im Jahr 2033 könnte es nach bisherigen Angaben der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) soweit sein. Die BGE will nun bis Ende 2019 konkrete Pläne für den nötigen Schachtbau, die Rückholung und die Zwischenlagerung vorlegen. Dies kündigte BGE-Geschäftsführer Stefan Studt in der "Braunschweiger Zeitung" an.

BGE-Chef: "Wir befinden uns in einem Wettlauf"

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte einen solchen Gesamtzeitplan für die Räumung der Asse jüngst bei einem Besuch des Atommüll-Lagers Anfang Dezember gefordert. Die Rückholung des Mülls sei "ein Milliardenprojekt von zentraler Bedeutung" für das Land, sagte Lies. Studt, seit gut drei Monaten Chef der BGE, warb um Verständnis. "Auch ich hätte gerne Meilenstein für Meilenstein, den wir monatlich abhaken können. Das haben wir in der Tat so noch nicht. Dass, was wir da machen, ist weltweit einzigartig", sagte Studt der Zeitung. Er könne nicht versprechen, dass die radioaktiven Abfälle aus der Asse tatsächlich an die Oberfläche geholt würden. Die BGE habe aber den Auftrag, das zu realisieren. "Wir befinden uns in einem Wettlauf, den Müll zu bergen, bevor uns mit der Asse etwas passiert", sagte Studt.

Bürgerinitiative drängt zur Eile

In das frühere Salzbergwerk Asse II waren zwischen 1967 und 1978 etwa 120.000 Fässer mit schwach und mittelradioaktiven Abfällen sowie Chemiemüll gebracht worden. Darunter sind auch mindestens 28 Kilogramm des äußerst giftigen Stoffes Plutonium. Weil täglich mehrere Tausend Liter Wasser in das Lager eindringen, sollen die Fässer herausgeholt werden. Eine Bürgerinitiative drängt zur Eile, weil immer größere Mengen Wasser in die Asse einlaufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.12.2018 | 14:00 Uhr

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