Stand: 19.07.2019 20:01 Uhr

Asse-Betreiber stellt Konzept zur Räumung vor

Der Betreiber des Atommülllagers Asse in Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel) hat erstmals ein Konzept zur Räumung der maroden Kammern vorgestellt. Bevor die Bergung von rund 126.000 Fässern aus dem maroden Salzstock beginnen kann, muss allerdings erst die entsprechende Technik entwickelt werden. Die steht laut der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) voraussichtlich im Jahr 2033 zur Verfügung. Dann soll mit der Räumung der ersten von 13 Kammern begonnen werden, in der 1.300 Fässer mit mittelradioaktivem Müll lagern.

Bergung kann frühestens 2033 beginnen

Die Tonnen können über einen Seiteneingang der Kammer mithilfe ferngesteuerter Maschinen herausgeholt werden, sagte BGE-Geschäftsführer Thomas Lautsch. Er gehe davon aus, dass die Kammer in 511 Metern Tiefe stabil und trocken ist. Der Atommüll soll dann unter Tage in spezielle Schutzbehälter verpackt und an die Oberfläche transportiert werden. Die ferngesteuerte Bergetechnik müsse allerdings noch für die Verhältnisse in der Asse entwickelt werden. Bis alle Genehmigungen vorlägen, dauere es ohnehin noch etwa neun Jahre, so BGE-Chef Lautsch. Die ersten Fässer könnten demnach erst 2033 geborgen werden. Bis dahin müsse zudem ein zweiter Förderschacht gebaut und ein Standort für ein Zwischenlager gefunden werden.

Anwohner fürchten Volllaufen der Schachtanlage

Vielen Anwohnern der Asse dauert das zu lange. Weil immer mehr Wasser in die Stollen eindringt, fürchten sie, dass die Schachtanlage vollläuft, bevor die Fässer herausgeholt werden können. Jüngst waren laut Betreiber täglich 12.500 Liter Salzwasser in das ehemalige Bergwerk geflossen.


19.07.2019 20:00 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags war der Name des BGE-Geschäftsführers Thomas Lautsch falsch geschrieben. Wir danken für den Hinweis und haben den Fehler korrigiert.

 

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 18.07.2019 | 18:00 Uhr

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