Stand: 15.01.2020 06:58 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Asse: Bergung des Atommülls noch nicht in Sicht

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Die Atommüllfässer waren Ende der 1970er-Jahre in der Asse eingelagert worden. (Archivbild)

Die radioaktiven Abfälle im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Remlingen (Landkreis Wolfenbüttel) sollen auf jeden Fall geborgen werden. Das hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion bekräftigt. Für ihn gebe es keinerlei Zweifel an der Rückholung, sagte Lies vor mehreren Hundert Teilnehmern. In dem maroden Stollen liegen seit Ende der 1970er-Jahre in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen.

Asse-Atommüll: Bergung lässt auf sich warten

Hallo Niedersachsen -

Vor zehn Jahren wurde der Beschluss gefasst, die 126.000 Atommüll-Fässer im maroden Bergwerk Asse zu bergen. Doch bisher sei nichts passiert, beklagen Bürgerinitiativen.

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Rückholung bereits 2010 beschlossen

Der Bund hatte die Bergung des Atommülls bereits 2010 beschlossen. Damals war ein Gutachten vorgestellt worden, das zeigt, dass die Sicherheit von Mensch und Umwelt nur durch die Rückholung der radioaktiven Abfälle gewährleistet werden kann. Die Betreibergesellschaft (BGE) mit Hauptsitz in Peine hat zudem den gesetzlichen Auftrag, die Asse II unverzüglich stillzulegen. Das soll eigentlich möglichst schnell passieren, denn täglich dringt Wasser in das Bergwerk ein und droht es zu destabilisieren. Zehn Jahre nach dem Beschluss ist die Rückholung allerdings weiter ein Projekt, dessen Beginn und Abschluss noch nicht absehbar sind.

Bürgerinitiativen kritisieren fehlenden Zeitplan

Das Fehlen eines konkreten Zeitplans ist auch der Hauptkritikpunkt der Asse-Gegner. Es gebe weder ein detailliertes Gesamtkonzept zum Bergen des Atommülls noch einen geeigneten Standort für ein Zwischenlager, beklagen sie. "Die Befürchtungen, dass der Betreiber nicht zügig an der Umsetzung der Rückholung arbeiten würde, haben sich leider bestätigt", sagte der Sprecher eines Zusammenschlusses von örtlichen Bürgerinitiativen, Andreas Riekeberg. Ähnlich sieht es auch der aus dem Wahlkreis Wolfenbüttel stammende Linken-Bundestagsabgeordnete Victor Perli. "Seit fast 10 Jahren steht die Rückholung auf der Agenda. Passiert ist seitdem viel zu wenig", bemängelte er.

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Betreiber kündigt Konzept an

Heike Wiegel vom Verein "aufpASSEn" geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie befürchtet, dass der Betreiber der Asse bewusst auf Zeit spielt. Weil etwa Strahlenschutz-Grenzwerte neu berechnet würden, könnte auch das Fluten des Bergwerks wieder möglich werden, so Wiegel. Diese Option war 2010 vom Bund ausgeschlossen worden, ebenso wie das Umlagern des Mülls innerhalb des Stollens. Dass es dazu dennoch kommen könnte, wurde von BGE-Geschäftsführer Stefan Studt umgehend dementiert. Er stellte bei der Diskussion klar, dass die Fässer definitiv zurückgeholt werden. Zudem kündigte Studt an, bis Ende März einen Plan vorzulegen, wie genau das passieren soll.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.01.2020 | 09:00 Uhr

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