Stand: 12.08.2019 15:10 Uhr

Armbrust-Fall: Wittinger Opfer offenbar vergiftet

Drei Monate nach der Armbrust-Tat mit insgesamt fünf Toten in Passau und Wittingen (Landkreis Gifhorn) hat die Polizei ihren Abschlussbericht vorgelegt. Demnach sind die in Wittingen tot aufgefundenen 19 und 35 Jahre alten Frauen offenbar an einer Vergiftung gestorben. Es deute einiges darauf hin, dass die beiden freiwillig und ohne Beteiligung dritter aus dem Leben geschieden sind, sagte der zuständige Passauer Oberstaatsanwalt. Genaueres wisse man aber noch nicht.

Zwei Opfer wurden vor Tod betäubt

Bezüglich der drei Passauer Toten gehen die Ermittler davon aus, dass zwei der Opfer mit K.-o.-Tropfen betäubt wurden. Danach sollen eine 33-jährige Frau und ein 53-jähriger Mann von einer 30-Jährigen mit einer Armbrust getötet worden sein. Später richtete sich die Frau selbst. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll die 30-Jährige ihre Begleiter in deren Einverständnis getötet haben. Die drei  Leichen waren am 11. Mai in einer Passauer Pension gefunden worden.

Sekte der "Welterneuerer und Welterschaffer"

Die Ermittler vermuten einen erweiterten Suizid innerhalb einer privaten Sekte. Alle fünf Opfer gehörten nach Angaben des Oberstaatsanwalts zu einer Gruppe, die sich als "Welterneuerer und Welterschaffer" bezeichnete. Sie glaubten offenbar, durch ihren gemeinsamen Tod einen Kreislauf von Wiedergeburten zu unterbrechen und in einer anderen Zeit sowie an einem anderen Ort ein neues System erschaffen zu können. Kopf der Gruppe soll der getötete 53-jährige Mann gewesen sein. Er habe die Frauen um sich geschart und laut einer Aussteigerin auch sexuelle Kontakte zu ihnen gehabt, so der Oberstaatsanwalt.

Einstellung des Verfahrens zu erwarten

Die Staatsanwaltschaft Passau will den Bericht der Kriminalpolizei prüfen und klären, ob es noch offene Fragen gibt. Sollte sich die Behörde den Ermittlungsergebnissen der Kriminalpolizei anschließen, werde das Verfahren eingestellt, sagte der Oberstaatsanwalt. Schließlich gebe in diesem Fall keinen lebenden Täter mehr, der juristisch belangt werden könnte.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 12.08.2019 | 14:30 Uhr

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