Karlheinz Blessing, VW-Personalvorstand. © picture alliance / SvenSimon | Malte Ossowski/SVEN SIMON Foto: SVEN SIMON

Anwalt von Ex-VW-Manager Blessing nennt Zahlen "absurd"

Stand: 06.08.2021 19:17 Uhr

Vier aktive und ehemalige VW-Manager müssen sich vom 7. September an vor dem Landgericht Braunschweig verantworten. Der Vorwurf: Untreue. Es geht um das Gehalt von Ex-Betriebsratschef Bernd Osterloh.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten, unter ihnen Ex-Personalchef Karlheinz Blessing, vor, dem Konzern durch überhöhte Gehaltszahlungen an Osterloh und vier weitere Betriebsräte geschadet zu haben. Blessing wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sein Anwalt Hanns Feigen sagte dem "Spiegel", es sei "absurd", dass der Betriebsratschef eines Weltkonzerns nur 4.000 bis 5.000 Euro verdienen dürfe, wie von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Staatsanwaltschaft rechnet auf Grundlage des alten VW-Jobs

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh steht bei einer Pressekonferenz in der Zentrale der Volkswagen AG und ist hinter zwei anderen Personen zu erkennen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Ronny Hartmann
Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft verdiente Bernd Osterloh als Betriebsratschef zu viel Geld. (Archivbild)

Osterlohs Einkommen lag mit Verdienst und Extras deutlich über dem, was die Staatsanwaltschaft ihm zugestehen will. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins soll Osterloh allein im Jahr 2014 rund 745.600 Euro verdient haben. Es bestehe der Verdacht, dass der Konzern seinen Arbeitgebervertretern so viel Geld zahlt, um sie gewogen zu halten, so die Staatsanwaltschaft. Sie habe für 2014 ein Einkommen von 45.0000 Euro plus einem Bonus von 6.000 Euro errechnet. Grundlage für die Entwicklung der Bezüge sei Osterlohs letzter Job bei VW vor der Freistellung als Betriebsratschef 1990. Zudem handele es sich bei einem Posten als Arbeitnehmervertreter laut Betriebsverfassungsgesetz um ein Ehrenamt, so die Staatsanwaltschaft.

Osterloh: Vom Betriebsrat zum Personalchef

Osterloh hatte seinen Posten als Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrates und den damit verbundenen Aufsichtsratsposten im April niedergelegt. Kurz darauf wechselte er zur VW-Tochter Traton - als Personalvorstand. Osterlohs damalige Stellvertreterin Daniela Cavallo übernahm die Posten des 64-Jährigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.08.2021 | 08:00 Uhr

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