Blick auf das VW-Markenhochhaus in Wolfsburg. © picture alliance/Fotostand/Matthey Foto: Matthey

Adblue-Tank: EU-Kommission verhängt Millionenstrafe gegen VW

Stand: 08.07.2021 11:58 Uhr

Die EU-Kommission hat gegen die Autokonzerne VW und BMW wegen rechtswidriger Absprachen zu sogenannten Adblue-Tanks für eine bessere Abgasreinigung Wettbewerbsstrafen in Millionenhöhe verhängt.

Volkswagen muss gut 500 Millionen Euro zahlen, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte. Das Münchner Unternehmen BMW soll knapp 375 Millionen Euro zahlen. Adblue-Tanks nehmen in Dieselautos neuerer Katalysator-Generationen spezielle Harnstoff-Lösungen auf. Sie sollen die Abgasreinigung effizienter machen und die schädlichen Stickoxid-Emissionen senken.

Konzerne stimmen Vergleich zu

"Alle Unternehmen haben ihre Kartellbeteiligung eingeräumt und einem Vergleich zugestimmt", heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Damit wird das mögliche Strafmaß nicht voll ausgeschöpft. Theoretisch können Zahlungen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes fällig werden. Auch der Stuttgarter Autobauer Daimler war an dem Kartell beteiligt, profitiert aber von einer Kronzeugenregelung und bleibt straffrei.

BMW: "Brüssel betritt kartellrechtliches Neuland"

Brüssel habe mit dem Verfahren "kartellrechtliches Neuland" betreten, teilte BMW am Donnerstag mit. Gegenstand der Untersuchung seien nicht Preis- oder Gebietsabsprachen gewesen - trotzdem habe die EU-Kommission bei der Berechnung des Bußgelds die Maßstäbe eines solchen "klassischen" Kartells angelegt und die Neuartigkeit des Falles lediglich durch einen Abschlag berücksichtigt. Dieses Vorgehen führe trotz der weitgehend fallen gelassenen Vorwürfe zu der nun festgelegten Bußgeldhöhe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.07.2021 | 12:00 Uhr

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