Stand: 14.01.2020 15:10 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Abgasskandal: Weitere VW-Führungskräfte angeklagt

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Um wen es sich bei den sechs beschuldigten VW-Führungskräften handelt, sagte die Staatsanwaltschaft Braunschweig nicht. (Themenbild)

Im Rahmen ihrer Ermittlungen zum Abgasskandal hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig sechs weitere Mitarbeiter von VW wegen schweren Betrugs angeklagt. Um wen genau es sich handelt, wollte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von NDR Niedersachsen nicht mitteilen. Es seien Führungskräfte des Konzerns, die in Deutschland tätig gewesen seien. Neben Betrug in einem besonders schweren Fall wirft die Ermittlungsbehörde den Angeschuldigten Falschbeurkundung und Steuerhinterziehung vor.

Beschuldigte "maßgeblich" für Betrug verantwortlich

Die Beschuldigten sind nach Auffassung der Staatsanwaltschaft "maßgeblich dafür verantwortlich, dass Behörden und Kunden in Europa und in den USA mit Hilfe einer in die Kraftfahrzeuge des Konzerns implantierten unzulässigen Software bewusst darüber getäuscht wurden, dass die Abgasnormen von Dieselfahrzeugen eingehalten würden, was tatsächlich bei weitem nicht der Fall war". Über die Jahre seien gut neun Millionen manipulierter und nicht zulassungsfähiger Kraftfahrzeuge verkauft und verbotswidrig zum Straßenverkehr zugelassen worden, so die Behörde.

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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Anklage gegen die VW-Spitze erhoben. Es geht um Marktmanipulation. Anleger seien in der Diesel-Affäre vorsätzlich zu spät informiert worden. Video (04:49 min)

Landgericht entscheidet über Zulassung der Anklage

Drei beschuldigte Führungskräfte stuft die Staatsanwaltschaft als Täter ein. Die anderen drei hätten Beihilfe geleistet - sie seien "wissentlich und willentlich an der Entwicklung, Verfeinerung und Verbesserung der Manipulations-Software beteiligt gewesen", so die Staatsanwaltschaft. Eigenen Angaben zufolge hat die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift und die Ermittlungsakten vor wenigen Tagen an das zuständige Landgericht Braunschweig übergeben. Ob die Anklage zugelassen wird, prüft nun die zuständige Wirtschaftskammer. Aufgrund der Komplexität der Materie und des Umfangs der Akten können laut Staatsanwaltschaft keine Angaben dazu gemacht werden, wie viel Zeit die Prüfung in Anspruch nehmen wird.

Insgesamt elf Beschuldigte - darunter Winterkorn

Insgesamt elf Personen müssen nun im Zusammenhang mit dem Dieselskandal mit einem Prozess rechnen. Bereits im April vergangenen Jahres hatte die Staatsanwaltschaft eine erste Anklage wegen Betruges auf den Weg gebracht. Eine Anklage wegen Marktmanipulation folgte im September. In beiden Fällen ist auch der ehemalige Konzern-Chef Martin Winterkorn unter den Beschuldigten. Über die Eröffnung dieser Verfahren hat das Landgericht Braunschweig noch nicht entschieden. Für die Staatsanwaltschaft bleibt indes noch viel zu tun: Derzeit werde noch gegen 32 weitere Beschuldigte ermittelt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 14.01.2020 | 13:00 Uhr

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