Stand: 08.03.2019 16:21 Uhr

5.000 Jobs weniger? VW plant nächste Sparrunde

Bild vergrößern
Allein bei VW Pkw sollen dem "Handelsblatt" zufolge weitere 5,9 Milliarden Euro gespart werden. (Archivbild)

Die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw plant dem "Handelsblatt" zufolge ein neues milliardenschweres Sparprogramm mit dem Abbau von rund 5.000, möglicherweise sogar 7.000 Arbeitsplätzen. Der Vorstand um VW-Chef Herbert Diess wolle von 2023 an über zusätzliche Effizienzmaßnahmen 5,9 Milliarden Euro jährlich einsparen, berichtete die Wirtschaftszeitung am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise. Grund sei die Umstellung auf Elektromobilität, für die das Unternehmen mehr Geld benötige. VW wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Jahrespressekonferenz der Marke am Mittwoch. Der Betriebsrat nannte weitere Stellenstreichungen "pure Spekulation".

Zukunftspakt: 3,7 Milliarden Einsparungen bis 2020

Vor drei Jahren hatten die Marke VW und der Betriebsrat den sogenannten Zukunftspakt geschlossen. In dem Sparpaket verabredeten beide Seiten bis zum Jahr 2020 eine Kostensenkung um 3,7 Milliarden Euro. Zu den Plänen gehört auch der Abbau von 30.000 Stellen weltweit, das Gros von 23.000 Jobs entfällt auf deutsche Standorte. Im Gegenzug sollen in Zukunftsbereichen Tausende neue Jobs entstehen.

Stellenabbau über Rente und Altersteilzeit möglich

Dass VW Pkw trotz des Zukunftspakts zusätzlich sparen muss, hatte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter Anfang Dezember deutlich gemacht. Er sah auch Spielraum, über Altersteilzeit und Fluktuation weitere Stellen abzubauen. Ähnlich hatte sich damals Personalvorstand Gunnar Kilian geäußert. In den kommenden Jahren würden "viele Beschäftigte der geburtenstarken Jahrgänge" aus dem Arbeitsleben ausscheiden. "Das bietet uns die Möglichkeit, frei werdende Stellen nicht neu zu besetzen. Zudem bieten wir Altersteilzeit an", hatte Kilian damals gesagt. Einen "Zukunftspakt II" hatte der Personalvorstand ausgeschlossen.

Osterloh rechnet mit vierstelligem Jobabbau

Betriebsratschef Bernd Osterloh erwartet laut "Braunschweiger Zeitung" nach wie vor einen Abbau von Arbeitsplätzen außerhalb der Produktion in vierstelliger Größenordnung. "Wir haben den Vorstand schon vor fast zwei Jahren darauf hingewiesen, dass die Einführung neuer und moderner IT-Systeme zu einem Stellenabbau in den indirekten Bereichen führen wird", sagte der Betriebsratschef dem Blatt.

Volkswagen stellt auf Elektromobilität um

Mit Blick auf schärfere EU-Regelungen zum Kohlendioxid-Ausstoß will Volkswagen zunehmend auf den Bau von Elektroautos setzen. Diese sind im Motorenbau einfacher und benötigen nicht mehr so viel Arbeitskraft - werfen zunächst aber weniger Gewinn ab, weil die Mehrkosten für teure Komponenten wie Batterien wohl nicht voll auf die Kunden umgelegt werden können.

Weitere Informationen

VW und E.Go: Partnerschaft bei Elektroautos

Volkswagen und der Elektrofahrzeug-Hersteller E.Go tun sich beim Bau von E-Autos zusammen: E.Go nutzt einen Baukasten von VW. Die Technik soll in vielen E-Autos zum Einsatz kommen. (05.03.2019) mehr

VW: Stellen streichen, rasch profitabler werden

VW will früher als geplant eine Rendite von sechs Prozent erreichen. Dafür sollen erneut drei Milliarden Euro eingespart werden - mit Stellenstreichungen und weniger Modellvarianten. (06.12.2018) mehr

VW: Letzter Verbrennungsmotor kommt 2040

VW will die Produktion von Benzinern und Dieseln bis 2040 auslaufen lassen. Derweil prognostizieren Forscher, dass der Umstieg auf E-Mobilität rund 114.000 Jobs kosten wird. (05.12.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 08.03.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

08:02
Hallo Niedersachsen
00:53
Hallo Niedersachsen
05:12
Hallo Niedersachsen