Stand: 28.06.2019 15:11 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

43-Jähriger stirbt nach Sturz in Kleider-Container

Ein 43-jähriger Braunschweiger ist am Donnerstagabend im Krankenhaus gestorben, nachdem er tags zuvor in einem Altkleider-Container steckengeblieben war. Das sagte ein Sprecher der Polizei Braunschweig am Freitag zu NDR.de. Der Mann hatte offenbar nach einem Schlüsselbund gesucht, das er versehentlich in einem Beutel in den Container geworfen hatte. "Der Schlüssel passt zu seiner Wohnungstür", bestätigte der Sprecher.

43-Jähriger nicht unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Der Verstorbene habe in der Gegend gewohnt, er sei gesund und nach derzeitigem Ermittlungsstand ohne Alkohol- oder Drogeneinfluss in die Klappe geraten. Das Krankenhaus habe keine Auffälligkeiten gemeldet. "Wir warten nun darauf, ob die Staatsanwaltschaft weitere Untersuchungen anordnet", sagte der Polizeisprecher. Staatsanwältin Julia Meyer sagte auf Nachfrage von NDR.de, der Vorgang liege noch bei der Polizei - über eine mögliche Obduktion sei noch nicht entschieden. Der Mann war mit dem ganzen Oberkörper und einem Bein eingeklemmt gewesen und musste mit der Rettungsschere befreit werden.

Unternehmen beantwortet Fragen des NDR nicht

Der Leichnam ist sichergestellt - nicht dagegen der Container. Die Betreiberfirma Alba habe ihn abgeholt und untersuche ihn derzeit, sagt die Polizei Braunschweig. Der NDR hat dem Unternehmen am Freitagmorgen Fragen zu dem Container gestellt. Beantwortet hat sie das Unternehmen, das seit 2001 den gesamten kommunalen Abfallservice, die Straßenreinigung und den Winterdienst in Braunschweig verantwortet, nicht. Wichtig zu wissen wäre etwa, wann der entsprechende Container in Betrieb genommen wurde und ob er ein entsprechendes Prüfverfahren durchlaufen hat. Ebenfalls von Bedeutung ist die Frage, ob sich daran die vorgeschriebenen weißen Warnaufkleber in mehreren Sprachen befanden.

Geschäftsführer spricht Angehörigen Mitgefühl aus

Stattdessen schickt die Pressestelle nach mehrmaligen Nachfragen ein Statement des Geschäftsführers von Alba Braunschweig, Matthias Fricke. "Wir sind sehr bestürzt über diesen Vorfall und unser Mitgefühl gilt den Angehörigen des Verunglückten", heißt es darin. Man arbeite im Bereich der Altkleidersammlung seit mehr als zehn Jahren mit einem Textilverwerter zusammen, der als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb unter anderem die Bereitstellung der Container übernehme. Diese seien mit einer so genannten Easy-Push-Klappe versehen, die ein Einsteigen unmöglich machen solle. "In all den Jahren der Zusammenarbeit mit unserem Dienstleister gab es keinerlei Beanstandungen", heißt es. "Wir unterstützen nun die Ermittlungen der Polizei und bitten um Verständnis dafür, dass wir bis zum Abschluss dieser Ermittlungen keine weiteren Auskünfte zum Geschehen machen können."

Polizei bescheinigt Container einwandfreie Funktion

Dass der Behälter technisch einwandfrei sei, befindet auch die Polizei - allerdings nur nach kurzer Sichtprüfung. "Die Kollegen haben ihn vor Ort inspiziert und hatten auf den ersten Blick keinen Zweifel an seiner Funktionstüchtigkeit", sagte der Polizeisprecher. Der Mechanismus sei bewusst so konzipiert, dass nichts wieder rausgeht, was einmal darin ist. Umso wichtiger sei es, die gut sichtbaren Warnhinweise zu beachten. In Braunschweig sei ein solcher Fall bislang nicht vorgekommen - landesweit dagegen hat es bereits mehrere Unglücke dieser Art gegeben.

Weitere Informationen

Tragischer Tod am Altkleidercontainer

Eine 60-Jährige ist im Emsland beim Wühlen in einem Altkleidercontainer gestorben. Ihr Arm war in der Klappe eingeklemmt worden. Die Frau konnte sich nicht selbst befreien. (08.01.2013) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.06.2019 | 09:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:30
Hallo Niedersachsen
05:53
Hallo Niedersachsen

Ein Tag im Sozialkaufhaus

Hallo Niedersachsen
04:37
Hallo Niedersachsen