Stand: 14.06.2018 14:40 Uhr

DRK schlägt Alarm: Blutreserven werden knapp

Der Vorrat an Blutkonserven geht in Niedersachsen zur Neige. "Wenn sich die Situation nicht bessert, kommen wir in eine Notfallsituation", warnt der Sprecher des DRK-Blutspendedienstes im Springe, Markus Baulke. Bereits jetzt könnten nicht mehr alle Anfragen aus Praxen und Krankenhäusern befriedigt werden. In der Folge könne es passieren, dass Operationen verschoben werden müssten, befürchtet Baulke. Hilfe aus anderen Bundesländern gebe es nicht, dort sei die Situation ähnlich.

Fußball-WM und Sommerwetter sind mit Schuld

Neben einer generell gesunkenen Spendenbereitschaft sei die Grippewelle vor ein paar Monaten dafür verantwortlich, dass die Blutvorräte insgesamt geringer ausfielen als in den Vorjahren. Weitere Gründe für den Mangel: der überaus sonnige Frühsommer sowie die Fußball-WM. Potentielle Spender wollten eher ihre Freizeit genießen als zur Blutspende zu gehen, erläutert Baulke. Bei den drei Blutgruppen 0 negativ, A negativ und B negativ reiche der Vorrat aktuell nur noch für zwei Tage, so Baulke. Angesichts der bevorstehenden Urlaubszeit schaue man beim DRK mit Sorge auf die kommenden Wochen.

20 Prozent weniger Spender im Mai

In Niedersachsen werden nach DRK-Angaben pro Tag rund 2.300 Blutspenden gebraucht, im Mai seien es aber lediglich 1.800 gewesen, knapp 20 Prozent weniger als erforderlich. Bundesweit seien rund 15.000 Spender pro Tag nötig, um die Blutbanken gut zu füllen.

Blut-Reserve liegt unter Minimum

Der DRK-Blutspendedienst in Springe versorgt Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte in Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In der Regel verfügt die Einrichtung über eine minimale Blutreserve von 12.000 Konserven - am Donnerstag, dem Weltblutspendetag, lag der Bestand bei lediglich 10.800 Blutbeuteln. DRK-Sprecher Baulke rief potentielle Spender dringend dazu auf, eine der täglich 26 mobilen Blutspende-Stationen in ganz Niedersachsen aufzusuchen, um den Engpass zu beheben. Eine immer wieder diskutierte Bezahlung der Spender bei den mobilen Entnahmen lehnt Baulke ab. Die würde lediglich die Blutprodukte verteuern, so der DRK-Sprecher.

Wichtige Fragen zum Thema Blutspenden

Wer kann spenden?
Blut spenden kann jeder, der volljährig und gesund ist. Eine allgemeine Altersbeschränkung gibt es nicht. Das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf etwa hat das maximale Spenderalter auf 75 Jahre festgesetzt.

Wo kann man spenden?
Das Deutsche Rote Kreuz bietet regelmäßig Termine, auch in vielen großen Krankenhäusern und in allen Unikliniken sind Blutspenden möglich.

Welche Vor- und Nachteile hat der Blutspender?
Blutspenden ist nicht schädlich. Ob der Spender davon gesundheitlich profitiert, ist nicht eindeutig erwiesen. Das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf etwa führt neben den vorgeschriebenen Blutuntersuchungen noch weitere durch.

Weitere Fakten zum Thema auf der Website der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Geringe Haltbarkeit der Konserven

Ein weiteres Problem: Blutkonserven sind nur eingeschränkt lagerfähig und können nur bedingt auf Vorrat hergestellt werden. Eine klassische Blutkonserve aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) habe eine Haltbarkeit von maximal 42 Tagen, ein Thrombozyten-Konzentrat müsse sogar innerhalb von vier Tagen verbraucht werden. Die Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung und kommen unter anderem bei Leukämie-Patienten und Tumorerkrankungen zum Einsatz.

Weitere Informationen

Warum Blutspenden so wichtig ist

Obwohl Kliniken sparsam mit Blutspenden umgehen, gibt es immer häufiger Engpässe. Dabei sind Blutkonserven bei vielen Operationen und Erkrankungen unverzichtbar. (13.06.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 14.06.2018 | 08:00 Uhr

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