Stand: 31.07.2020 12:59 Uhr

Zweite Corona-Welle? Ministerium bereitet sich vor

Menschen auf der Straße gehen auf einen Abstandshinweis auf dem Boden zu. (Themenbild) © picture alliance Foto: Andreas Arnold
Angesichts steigender Infektionszahlen rief das Ministerium dazu auf, sich an die Corona-Regeln zu halten (Themenbild).

Die Gesundheitsbehörden in Niedersachsen bereiten sich auf eine zweite Welle von Corona-Infektionen vor. Man schätze die Lage aktuell zwar noch als entspannt ein, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag. Man beobachte aber mit Sorge, dass die Menschen wieder sorgloser werden. Der Krisenstab bereite sich sehr dezidiert auf ein Szenario vor, bei dem Infektionen wieder stärker auftreten. Bei möglichen Personalengpässen werde man die Kräfte aus weniger betroffenen Gebieten in die Hotspots senden, sagte der Sprecher NDR 1 Niedersachsen. Das Ministerium rief die Bürger auf, sich an die Corona-Regeln zu halten.

Mehrere örtlich aufflackernde Infektionsherde

Die Zahl der Corona-Infektionen in Niedersachsen stieg am Freitag um 57. Den Angaben zufolge handelt sich um örtlich aufflackernde Infektionsherde. Mehrere Neuinfektionen wurden zuletzt in einem Studentenwohnheim in Clausthal-Zellerfeld bekannt. Zudem wurde eine Arbeiter-Unterkunft in Dannenberg unter Quarantäne gestellt.

"Das Virus ist da und es reist mit"

Krisenstabsleiter Heiger Scholz hatte zuvor vor einer zunehmenden Sorglosigkeit der Menschen angesichts der zuletzt auf niedrigem Niveau stagnierenden Infektionszahlen gewarnt. "Das Virus ist da und es reist mit", sagte er dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Man sehe deutlich, dass der Eintrag der Infektionen mit der Urlaubszeit wieder steige. In anderen Bundesländern steige diese zwar stärker an als in Niedersachsen, dies liege aber schlicht am Zeitpunkt der Ferien. Die Situation ähnele dem Beginn der Pandemie in Deutschland im Februar und März, so Scholz. Die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln müsse immer wieder angesprochen werden. "Wenn die Zahlen steigen, wird auch das Bewusstsein wieder steigen", sagte Scholz.

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Kultusministerium: Noch kein Anlass für neue Pläne

Mit Sorge wird die Entwicklung der Infektionszahlen auch beim Kultusministerium beobachtet. "Wir sehen aber noch keinen Anlass, die Pläne für Schule und Kita anzupassen", sagte ein Sprecher. Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD) plant einen eingeschränkten Regelbetrieb für das neue Schuljahr, kündigte aber auch an, die Lage vier beziehungsweise zwei Wochen vor Ende der Ferien erneut zu bewerten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.07.2020 | 13:00 Uhr

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