Auf Abstand zu anderen Zoobesuchern wird auf einem Plakat gebeten. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Zoos und Tierparks hoffen auf Wiedereröffnung zu Ostern

Stand: 17.01.2021 13:00 Uhr

Seit November dürfen die Zoos und Tierparks in Niedersachsen keine Besucher empfangen. Die Kosten laufen aber weiter. Sollte die Schließung nach Ostern andauern, könnte es kritisch werden.

Die derzeitige Schließung tue seinem Zoo weh, sagte der Geschäftsführer des Osnabrücker Zoos, Andreas Busemann. Denn die Tiere müssten auch ohne Besucher weiterhin betreut werden und die Energiekosten seien gerade im Winter hoch. "Ich gehe in meinen Planungen davon aus, dass wir bis März noch geschlossen bleiben", sagte Busemann.

Schwierige Situation bei Schließung über Ostern hinaus

Bei einer über Ostern hinaus andauernden Schließung könnte es für einige der 31 Einrichtungen im Land schwer werden, meint der Leiter des Tierparks Nordhorn, Nils Kramer. Als Organisator des 1. Niedersächsischen Zootages Ende des vergangenen Jahres kennt er die Sorgen und Nöte seiner Kolleginnen und Kollegen im Land.

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Hilfsprogramm für ersten Lockdown im Frühjahr

Aus dem ersten sogenannten Lockdown im Frühjahr, in dem die Zoos das wichtige Geschäft um Ostern und Christi Himmelfahrt verpassten, seien die Einrichtungen mit einem blauen Auge davongekommen - auch dank eines Hilfsprogramms vom Land. Die jetzige Schließung sei aber länger, sagte Kramer. Es sei von Tierpark zu Tierpark unterschiedlich, ob er von den November- und Dezemberhilfen des Bundes profitieren könne. Denn die Einrichtungen sind unterschiedlich organisiert. So gebe es Vereine, Privatunternehmen oder GmbHs. So stehen etwa hinter dem Tierpark Nordhorn, dem Zoo Hannover und dem Zoo am Meer in Bremerhaven kommunale Gesellschafter.

Tierpark Ströhen zehrt von Reserven

Der Tierpark Ströhen in Wagenfeld (Landkreis Diepholz) ist dagegen ein Familienunternehmen. Sein Betrieb sei breit aufgestellt, sagte Nils Ismer, das helfe durch die schwere Lage. Er und seine Familie betreiben neben dem Tierpark noch eine Landwirtschaft und ein Arabergestüt. Derzeit zehre er von den Reserven, die er aufgebaut habe. Auch er hofft, Ostern wieder öffnen zu dürfen. "Wenn es länger dauern würde, hätten wir ein Problem", sagte er.

Neustart "mit angezogener Handbremse"

In der Zwischenzeit versuchen die Zoos, ihr Online-Marketing auszubauen und schon einmal Eintritts- und Jahreskarten zu verkaufen, auch wenn Besucher noch nicht eingelassen werden dürfen. Doch auch wenn die Zoos dann zu Ostern wieder öffnen dürfen, ist dies wohl zunächst nur "mit angezogener Handbremse" möglich, wie die Direktorin des Zoos am Meer, Heike Kück, sagte. Denn bei einer Wiedereröffnung dürfte die Besucherzahl wegen der Hygiene- und Abstandsregeln wohl erst einmal reduziert sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 15.01.2021 | 09:30 Uhr

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