Stand: 08.07.2019 19:55 Uhr

Zehn ländliche Kliniken erhalten je 400.000 Euro

Eine Finanzspritze von 400.000 Euro geht im kommenden Jahr an zehn Kliniken in ländlichen Regionen Niedersachsens. (Themenbild)

Einigen Krankenhäusern in ländlichen Regionen droht die finanzielle Schieflage, weil ihnen die Patienten fehlen. Da sie aber für die Notfallversorgung oder die Geburtshilfe wichtig sind, sollen sie nun eine Finanzspritze erhalten. Bundesweit sollen im kommenden Jahr 120 Krankenhäuser einen Zuschuss von je 400.000 Euro erhalten - darunter sind zehn Kliniken in Niedersachsen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete das als "unbürokratische, konkrete und wirksame Hilfe für den ländlichen Raum". Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen hat die Kliniken im Auftrag des Bundes ausgewählt. Die Gesetzlichen Krankenkassen stellen dafür jährlich 50 Millionen Euro zur Verfügung.

In diesen Orten erhalten die Krankenhäuser 2020 den Zuschuss:

  • Bremervörde (Landkreis Rotenburg)
  • Dannenberg (Landkreis Lüchow-Dannenberg)
  • Herzberg (Landkreis Göttingen)
  • Norderney (Landkreis Aurich)
  • Rotenburg/Wümme
  • Soltau (Heidekreis)
  • Sögel (Landkreis Emsland)
  • Sulingen (Landkreis Diepholz)
  • Uelzen
  • Wittingen (Landkreis Gifhorn)

Kliniken werden jedes Jahr neu ausgewählt

"Gerade in gesundheitlichen Notlagen braucht es eine schnell erreichbare Versorgung vor Ort", teilte Minister Spahn mit. Jedes Jahr soll neu entschieden werden, welche Kliniken die Finanzspritze erhalten. Um ausgewählt zu werden, müssen die Kliniken einige Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen eine Fachabteilungen für Innere Medizin und Chirurgie oder für Geburtshilfe haben. Zudem muss die Bevölkerungsdichte unter 100 Einwohner pro Quadratkilometer liegen. Außerdem wird berechnet, wie viele Patienten mehr als 30 Minuten mit dem Auto bis zur nächsten Klinik fahren müssten, wenn der jeweilige Standort geschlossen werden würde. Ein Defizit müssen die Kliniken nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums indes nicht nachweisen.

Stiftung Patientenschutz: Zukunftskonzept fehlt

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begrüßte die anstehende Förderung als "wichtigen Schritt zur Stärkung der ländlichen Regionen". Viele Bürger auf dem Land sorgten sich um ihre medizinische Versorgung, so Weil. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz betrachtet den Zuschuss eher skeptisch. Kurzfristig möge er helfen, aber das Geld sei schnell weg, sagte Vorstand Eugen Brysch. Für die insgesamt 2.000 Krankenhäuser in Deutschland fehle weiterhin ein Zukunftskonzept.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 08.07.2019 | 17:00 Uhr

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