Zahl der Auszubildenden sinkt wegen Corona erheblich

Stand: 19.03.2021 21:38 Uhr

In Niedersachsen haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Jugendliche eine duale Berufsausbildung begonnen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) beziffert den Rückgang auf rund zehn Prozent.

Besonders stark betroffen von der Corona-bedingten Entwicklung sind Industrie und Handel. Hier wurden 2020 lediglich 46.600 Ausbildungen begonnen, das ist ein Rückgang von 13,7 Prozent. Im Handwerk fingen 15.000 statt 16.000 Azubis an - sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Tonne wertete diese Zahlen dennoch als Teilerfolg, da sich zu Beginn der Krise eine noch größere Ausbildungsdelle abgezeichnet habe. Zudem schneide Niedersachsen im bundesweiten Vergleich bei der Zahl der Ausbildungsbetriebe und Bewerber gut ab.

Messen und Praktika fehlen

Als einen wesentlichen Grund für die Delle bei den Ausbildungen sieht Tonne die wegen der Pandemie eingeschränkten Orientierungsmöglichkeiten wie Messen oder Praktika. "All diese Dinge sind unheimlich erschwert", so der Kultusminister. Zum anderen habe aber auch der kleinere Abschlussjahrgang nach der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren zu der Entwicklung beigetragen.

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Betriebe brauchen Fachkräfte

Die Industrie- und Handelskammer betonte, die Unternehmer seien bemüht, möglichst viele Ausbildungsplätze anzubieten. "Die Betriebe wollen ausbilden, denn der Fachkräftemangel ist nicht weg", sagte Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt. Sie warb dafür, die Vielfalt der insgesamt rund 330 Ausbildungsberufe bekannter zu machen. "Jeder Auszubildende, den wir heute nicht haben, der fehlt uns als Fachkraft morgen", sagte der Chef der Regionaldirektion der Arbeitsagentur, Johannes Pfeiffer. Im vergangenen Jahr sei Niedersachsens Ausbildungsmarkt "mit einem blauen Auge davongekommen". Die Risiken bestünden aber weiter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.03.2021 | 16:00 Uhr

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