Stand: 12.05.2020 16:11 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wolfsverordnung des Landes: Entwurf ist fertig

Ein ausgewachsener Wolf steht auf einer Erhöhnung und leckt sich die Schnauze. © NDR
Eine neue Verordnung soll den Umgang mit problematischen Wölfen regeln. (Themenbild)

Das niedersächsische Umweltministerium hat den Entwurf einer neuen Wolfsverordnung fertiggestellt. Wie Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag im Landtag mitteilte, können nun zunächst andere Ressorts und anschließend Verbände Stellung zu der Verordnung nehmen. Sie regelt den Umgang mit auffälligen Wölfen, laut Ministerium insbesondere die zumutbaren Herdenschutzmaßnahmen. Ausreichend geschützte Weidetiere seien eine Grundvoraussetzung, damit eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss problematischer Wölfe geprüft werden könne.

Nicht jeden einzelnen Wolf schützen

Lies zufolge soll der Wolf als Tierart geschützt werden, jedoch nicht jedes einzelne Tier. "Wir wollen eine Lösung finden, wie Weidetierhaltung und der Schutz des Wolfes möglich ist", sagte Lies. "Wir können aber nicht das ganze Land einzäunen oder jedes Tier in den Stall sperren." Der Minister betonte: Wolfsmanagement bedeute auch die Regulierung des Bestands. "Auf Deichen oder in Naturschutzgebieten werden wir beispielsweise nicht flächendeckend hohe Zäune bauen." Weder der Hochwasserschutz noch Wiesenvögel würden dem Wolf geopfert.

Verordnung regelt Handhabe eines Bundes-Gesetzes

Im Dezember hatte der Bundestag nach monatelangem Streit eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes beschlossen, die den Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidetieren erleichtert. Die Behörden in den Ländern müssen aber jeden Abschuss einzeln genehmigen. Wie Niedersachsen das Gesetz handhabt, regelt die neue Wolfsverordnung. Lies bezeichnete es als problematisch, dass der Bund keine Zahl von Wölfen festgelegt habe, die geschützt werden sollen.

FDP und AfD fordern schärferes Vorgehen

Am Dienstag zeichnete sich bereits ab, dass zu dem Thema wohl noch einige Diskussionen anstehen werden. Die Opposition meldete sich im Landtag zu Wort: Der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe und der AfD-Abgeordnete Stefan Wirtz forderten ein energischeres Vorgehen gegen Wölfe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.05.2020 | 16:00 Uhr

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