Stand: 17.01.2019 20:38 Uhr

Wolfsschäden: EU will volle Erstattung genehmigen

Seitdem in Niedersachsen wieder mehr Wölfe leben, wird über den Schutz vor Wolfsrissen und zusätzliche finanzielle Unterstützung für Nutztierhalter diskutiert. Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte schon vor Monaten eine Ausweitung der finanziellen Hilfen angekündigt. Der Plan, dass Nutztierhalter 100 Prozent der Kosten für die Anschaffung und den Unterhalt von Schutzzäunen und Herdenschutzhunden vom Land bekommen sollen, hatte jedoch einen Haken: Für einen Fördersatz von mehr als 80 Prozent brauchte Niedersachsen die Genehmigung der EU-Kommission.

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Wolfsberater - Vermittler zwischen den Fronten

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Die einen fordern, Wölfe abzuschießen, die anderen wollen am absoluten Abschuss-Verbot festhalten. Wolfsberater Hermann Kück versucht zwischen den Fronten zu vermitteln. Video (04:04 min)

Pläne sollen am Freitag vorgestellt werden

Der Weg dazu scheint nun frei: Die EU-Kommission will die Schäden durch Wolfsangriffe künftig vollständig erstatten lassen. Entsprechende Änderungen der Beihilferegelungen soll EU-Agrarkommissar Phil Hogan anlässlich der "Grünen Woche" dem Bundestag am Freitag in Berlin vorstellen, hieß es vorab aus Brüssel. Die bisherige Beschränkung auf maximal 80 Prozent des Schadens sei angesichts der wachsenden Schäden durch Wölfe zu wenig. Zunächst hatte die"Frankfurter Allgemeine Zeitung"darüber berichtet.

Wohl keine finanzielle Obergrenze vorgesehen

Demnach sollen Weidetierhalter künftig den Schaden erstattet bekommen, der durch das Reißen von Schafen und anderen Tieren durch Wölfe entsteht. Außerdem sollen sie Geld für die Errichtung von Schutzzäunen oder den Kauf von Wachhunden erhalten können. Auch Tierarztkosten und Ausgaben für die Suche vermisster Tiere nach einem Wolfsangriff sollen demnach übernommen werden. Eine finanzielle Obergrenze sei nicht vorgesehen, hieß es.

Geld auch für Hobbytierhalter

Niedersachsen hatte im vergangenen Jahr bereits ein nationales Konzept zur Wolfskontrolle angestoßen. Neben Nutztierhaltern können seit Oktober auch Hobbytierhalter und Kleinsttierhalter beim Land Geld für Schutzmaßnahmen beantragen.

20 Wolfsrudel in Niedersachsen

Niedersachsen ist das Land mit dem aktuell größten Wolfs-Vorkommen im Norden: Bis November zählte das Wolfsbüro des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) 20 Wolfsrudel und zwei Wolfspaare. Die exakte Anzahl von Tieren lässt sich laut NLWKN nicht ermitteln - die Rudelgröße schwanke im Jahresverlauf stark, etwa durch neu geborene oder abwandernde Tiere.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 17.01.2019 | 17:00 Uhr

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