Stand: 07.07.2020 10:35 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Mietwohnungen: Nachfrage sinkt in Corona-Krise

In der Corona-Krise haben nur wenige Menschen ihre Mietswohnung gewechselt. (Themenbild)

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf den Wohnungsmarkt in Niedersachsen aus. Nach Einschätzung des Verbands der niedersächsischen Wohnungswirtschaft (vdw) ist die Nachfrage nach neuen Mietwohnungen zurückgegangen. Dies habe etwa jedes vierte Mitgliedsunternehmen - dazu zählen Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften - beobachtet. Besonders stark sei die Nachfrage in ländlichen Gebieten abseits der Ballungsräume gesunken. Über die Gründe könne man nur spekulieren, sagte Carsten Ens, Sprecher des vdw auf Anfrage von NDR.de.

Corona Kompakt: Wohnungsmarkt im Abwärtstrend

Hallo Niedersachsen -

Die Nachfrage nach neuen Mietwohnungen ist in der Zeit der Corona-Pandemie zurückgegangen. Außerdem: Die Fachmesse "Euroblech" wurde verschoben und die aktuellen Infektionszahlen.

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Umzug in Zeiten von Homeoffice?

So sei vielen Menschen womöglich die Bedeutung der Wohnung in der Corona-Krise bewusst geworden. Viele hätten im Homeoffice gearbeitet und in dieser Zeit die Wohnung möglicherweise nicht wechseln wollen. Auch wirtschaftliche Aspekte oder Sicherheitsgedanken könnten ein Grund dafür gewesen sein, nicht umziehen zu wollen. Nach dem Motto: "In einer Krisenzeit, da bleibt man, wo man ist", sagte Ens. Darüber hinaus sei es in der Zeit, als die Menschen in der Anfangsphase der Pandemie kaum Kontakt zueinander hatten, schwierig bis unmöglich gewesen, eine fremde Wohnung zu besichtigen. Ohnehin sei das Angebot an Mietwohnungen überschaubar. Auch vor Corona sei die Fluktuation auf dem Mietwohnungsmarkt eher gering gewesen.

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Immer mehr Menschen können Miete nicht zahlen

Gestiegen sind in Zeiten von Corona nach Angaben des vdw allerdings die Mietschulden - sowohl im privaten Wohnungs- als auch im Gewerbebereich. Der Verband rechnet damit, dass die Mietrückstände abhängig von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt noch deutlich steigen werden. Um sowohl Mietern zu helfen als auch die wirtschaftlichen Risiken der Vermieter zu senken, fordert der Verband einen Fonds zur Absicherung der Mieten. Die Bundesregierung hatte gleich zu Beginn der Corona-Einschränkungen beschlossen, dass Mietern vom 1. April bis zum 30. Juni nicht gekündigt werden darf, wenn sie coronabedingt ihre Miete nicht zahlen können. Auf eine Verlängerung konnte sich die Große Koalition bislang nicht verständigen.

Niedrige Zinsen, weniger Sozialwohnungen

Eine Mehrheit der Branche sieht dem vdw zufolge die Unternehmensentwicklung trotz der Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt nur geringfügig eingeschränkt. So gebe es auf Baustellen wohl nur kleine Verzögerungen. Allerdings werde die vom Land angestrebte Zahl von durchschnittlich 4.000 Sozialwohnungen pro Jahr in diesem Jahr "mit ziemlicher Sicherheit" nicht erreicht, sagte die Verbands-Direktorin Susanne Schmitt. Die öffentliche Förderung sei für viele Bauherren angesichts der Zinskonditionen auf dem freien Kapitalmarkt nicht attraktiv genug. Diese seien so günstig, "dass man sich vielerorts den bürokratischen Aufwand zur Erlangung öffentlicher Fördermittel spart und damit auch keinen öffentlichen Einschränkungen bei der späteren Nutzung unterliegt", so Schmitt.

Bestand an Sozialwohnungen rückläufig

Das Land will bis zum Jahr 2030 40.000 neue Wohnungen mit Mietpreisbindung schaffen. Die Landesregierung werde alles daran setzen, dieses Ziel zu erreichen, sagte ein Sprecher des Bauministeriums. In der ersten Jahreshälfte seien 767 Wohnungen neu gefördert worden - im Vorjahreszeitraum waren es 336. Der Bestand an Sozialwohnungen in Niedersachsen geht jedoch immer weiter zurück. Ende 2012 waren es noch fast 100.000, Ende 2018 knapp 75.000 und Ende 2019 nur noch rund 67.000.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 07.07.2020 | 18:00 Uhr

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