Stand: 01.05.2020 11:42 Uhr

Wie verhext: Harz erlebt ruhige Walpurgisnacht

Ein Schild mit einer Hexe ist vor einem wolkenverhangenen Himmel in Braunlage zu sehen. © dpa Foto: Ronny Hartmann
Das sonst übliche große Walpurgis-Spektakel ist in diesem Jahr ausgefallen.

Der Harz hat in diesem Jahr eine ganz ruhige Walpurgisnacht erlebt. Anders als sonst am 30. April üblich, waren in diesem Jahr keine als Hexen und Teufel verkleidete Menschen unterwegs, die an offenen Feuern den Winter vertreiben. Die Menschen haben sich an das wegen der Corona-Pandemie geltende Kontaktverbot gehalten. Wie die Polizei Goslar am Freitag sagte, gab es keine Einsätze wegen illegaler Feiern. Möglicherweise sei auch der Regen am Donnerstag ein Grund dafür gewesen, dass sich alle an die Einschränkungen gehalten hätten. Die Behörden hatten die Walpurgisfeiern in der Nacht zum 1. Mai untersagt und auch kleinere Feiern verboten.

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"Hexenspuk" als Hörspiel, Teufelsgerichte per Lieferdienst

Ein auf dem Marktplatz in Goslar geplantes Konzert hat die Stadt am Donnerstagabend auf ihrer Facebook-Seite gezeigt. Auch Bad Grund (Landkreis Göttingen) hat die Walpurgisnacht online gefeiert: Das Walpurgis Theater "Hexenspuk am Hübichenstein" gab es dieses Jahr als Hörspiel im Netz. Wer in den eigenen vier Wänden den Winter vertreiben wollte, konnte sich etwa in Goslar über einen Lieferdienst Hexen- und Teufelsgerichte örtlicher Gastronomen bringen lassen. Das Stadtmarketing hatte zudem einen Fotowettbewerb für Kinder ausgerufen.

Zwei Emder dürfen Maibaum setzen, alle an Tür singen

Auch Spektakel wie das Maibaumsetzen sind in diesem Jahr wegen Corona nahezu unmöglich, die beliebten groß angelegten Bollerwagen-und Radtouren verboten. So fällt auch das traditionelle Maibaumsetzen in Ostfriesland weitgehend aus. Nur in Emden dürfen zwei Mitglieder des Bürgervereins einen Maibaum aufstellen. Anschließend sind die Emder aufgerufen - mit Abstand, vor ihrer Haustür - wenigstens zu singen, um den Mai zu begrüßen.

Polizei kontrolliert, es drohen Bußgelder

Die Polizeidirektion Osnabrück, die für die Bereiche Osnabrück, Emsland, Grafschaft Bentheim, Leer, Emden, Aurich und Wittmund zuständig ist, bittet erneut um das Einhalten der aktuellen Regelungen. "Besonders appellieren wir an die jungen Menschen, Partys oder Bollerwagentouren in diesem Jahr zu unterlassen", sagte ein Behördensprecher. Im öffentlichen Raum dürften sich höchstens zwei Personen versammeln - dabei sei der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, betont auch die Polizei in Cloppenburg. Ausgenommen seien Angehörige und Personen, die in einer gemeinsamen Wohnung leben. Wer dagegen verstößt, müsse bis zu 400 Euro Bußgeld pro Person bezahlen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 30.04.2020 | 17:00 Uhr

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